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LESUNG/4139: Frankfurt am Main - Lesungen im Rahmen der GegenBuchMasse 2018, Club Voltaire 10.-13.10.


Vier Lesungen im Club Voltaire im Rahmen der GegenBuchMasse 2018


Von Mittwoch, 10. Okt. bis Samstag, 13. Okt. lesen jeweils ab 19 Uhr im Club Voltaire, 60311 Frankfurt, Kleine Hochstr. 5 (Nähe Alte Oper):

Mittwoch, 10.10.: Franz Josef Wetz
Exzesse. Wer tanzt, tötet nicht.
in Zusammenarbeit mit der Humanistischen Gemeinschaft Neu-Isenburg

Donnerstag, 11.10.: Peter Menne
Fassbinder, Immobilienspekulation, antisemitisches Ressentiment.
Ist das Stück "Müll-Stadt-Tod" heute wieder relevant?
mit einer Einführung von Michael Töteberg

Freitag, 12.10.: Kathrin Glösel
Die Identitären: wie rechtsextreme Ideologie popularisiert wird.
In Zusammenarbeit mit Gegen Vergessen - Für Demokratie und mit dem Studienkreis Deutscher Widerstand 1933 - 1945

Samstag, 13.10.: Michael Heinrich
Karl Marx und die Geburt der modernen Gesellschaft.
in Zusammenarbeit mit der Redaktion Z und der Heinz Jung-Stiftung.

Der Eintritt zu den Lesungen ist frei.

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Wetz: Exzesse. Wer tanzt, tötet nicht.

Nicht nur in kriegerischen Auseinandersetzungen begegnen sich Menschen mit exzessiver Gewalt, auch in befriedeten Gesellschaften kommt es regelmäßig zu grausamen Handlungen. Worauf gründen solche Orgien der Gewalt? Zeichnen die jeweilige Situation und sozialen Verhältnisse dafür verantwortlich oder gehört die Lust am Extremen zum natürlichen Erbe der Menschheit? So oder so gibt es eine Sehnsucht nach dem Krassen.

Doch müssen Exzesse nicht in einem Blutrausch kulminieren. Die Nachtseite des menschlichen Begehrens kann ebenso in sozialverträglicher Form ausgelebt werden. Auf seiner Suche nach Antworten unternimmt Wetz waghalsige Streifzuge durch die "Fröhliche Wildnis" prickelnder Sportevents, nächtlicher Partymeilen, zügelloser Liebesspiele. Sich berauschen, tanzen, feiern: - Wetz zeigt, warum es wichtig ist, auch mal über die Stränge zu schlagen.

Weitere Infos auf der Verlagsseite:
http://www.alibri-buecher.de/Buecher/Philosophie/Franz-Josef-Wetz-Exzesse::583.html

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Menne: Fassbinder, Immobilienspekulation, antisemitisches Ressentiment.

Die Immobilienspekulation blüht wieder. Zugleich wird antisemitisches Ressentiment deutlicher sichtbar. Was beide miteinander zu tun haben, wurde literarisch reflektiert. Die unterschiedlichen Antworten von Fassbinders Drama "Der Müll, die Stadt und der Tod" und Zwerenz? Roman "Die Erde ist unbewohnbar wie der Mond" setzt Menne in Bezug zum heutigen Alltag: Kritik am System oder Hetze gegen einzelne Personen?

Wie erwächst aus ganz normaler Marktwirtschaft vorurteilsgeladenes Ressentiment? Warum werden "externe Effekte" nicht dem System, sondern einzelnen Personen angelastet?

Beide Texte behandeln den heute wieder topaktuellen Stoff. Doch zeigen sie den Projektionsmechanismus kritisch auf? Oder wiederholen sie Stereotype und Personalisierungen einfach?

In seiner Einführung berichtet Michael Töteberg von den Auseinandersetzungen vor, während und nach der Bühnenbesetzung, die er live miterlebt hat.

Weitere Infos auf der Verlagsseite:
http://www.alibri-buecher.de/advanced_search_result.php?keywords=menne&x=0&y=0

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Glösel: Die Identitären: wie rechtsextreme Ideologie popularisiert wird

Seit 2012 treiben die sogenannten "Identitären" ihr Unwesen, auch in Deutschland. Ihnen geht es nicht um einen Kampf um Parlamentssitze, sondern um einen Kampf um die Köpfe. Sie wollen eine "Kulturrevolution von rechts". Ihre Mittel: Kampagnen, Provokationen, Einschüchterungen. Sie sind keine Massenorganisation, im Gegenteil: Sie sind eine elitäre Kaderorganisation - allerdings mit Reichweite und professioneller Medienarbeit. Sie agitieren gegen Flüchtlinge und schüren Hass gegen jene, was sie als "fremd" klassifizieren. Sie wollen eine rechtsextreme Ideologie salonfähig machen - vor allem bei jungen Menschen. Wer sind die "Identitären" und wie sind sie politisch einzuordnen? Was sind ihre Strategien? Und vor allem: Was können wir tun, um ihnen unbequem zu werden? Diese Fragen und andere werden im Rahmen der Buchvorstellung diskutiert.

Weitere Infos auf der Verlagsseite:
https://www.unrast-verlag.de/neuerscheinungen/die-identitaeren2016-04-26-23-26-10-558-detail

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Heinrich: Karl Marx und die Geburt der modernen Gesellschaft

Der erste von drei Bänden zu "Biographie und Werkentwicklung" von Karl Marx. Weit enger als bisher und auf neuen, im Umfeld der MEGA (Marx Engels Gesamtausgabe) entstandenen Forschungen beruhend, wird Marx' wendungsreiches Leben und sein Torso gebliebenes Werk in Beziehung gesetzt. Der erste Band behandelt Marx? Jugend in Trier, sein Studium in Bonn und Berlin sowie den Zusammenhang seiner poetischen Versuche mit seiner frühen Auseinandersetzung mit Hegel vor dem Hintergrund der politisch-religiösen Konflikte in Preußen. Frühe Freunde wie Bruno Bauer und Arnold Ruge werden hier nicht erst aus der Perspektive der späteren Zerwürfnisse dargestellt, es wird vielmehr der Frage nachgegangen, was sie zu engen persönlichen Freunden und politischen Gesinnungsgenossen machte. Reflektiert wird aber auch, dass eine Biographie kein zeitloser Blick auf vergangene Zeiten ist. In ihren Perspektiven und Gewichtungen ist sie stets von den Konflikten der eigenen Zeit beeinflusst.

Weitere Infos auf der Verlagsseite:
http://www.schmetterling-verlag.de/page-5_isbn-3-89657-085-4.htm


Anfahrt zum "Club Voltaire": Die Kleine Hochstraße zweigt ganz in der Nähe von der Alten Oper von der Fressgass' (offiziell: "Große Bockenheimer Straße") ab, zu erreichen mit der U-Bahn, Linien U 6 / U 7, Station "Alte Oper" oder mit der S-Bahn, alle Linien, Station "Hauptwache", dann 300 m zu Fuß.

Wer mit dem Auto kommt, findet sicher einen Parkplatz in den Parkhäusern
- Börse, Meisengasse,
- Alte Oper, Opernplatz,
oder auch in den Parkhäusern Junghofstraße 16 oder Schiller-Passage, Taubenstraße 11
Anfahrt siehe http://www.parkhaus-frankfurt.de/index.html

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Quelle:
Verein Club Voltaire e.V.
Kleine Hochstraße 5, 60313 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 29 24 08, Fax: (069) 28 45 79
E-Mail: clubvoltaire@t-online.de
Internet: http://www.club-voltaire.de


veröffentlicht im Schattenblick zum 14. September 2018

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