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ATTAC/705: Attac-Protest begleitet Private-Equity-Großtreffen


Attac Deutschland - Pressemitteilung vom 26. Februar 2008

* Attac-Protest begleitet Private-Equity-Großtreffen

* Öffentliche Videopräsentation in München erregt Aufsehen


Mit einer ungewöhnlichen Aktion haben Aktive des globalisierungskritischen Netzwerkes Attac am Dienstagabend in München gegen die Großkonferenz der Private-Equity-Branche mit dem viel sagenden Titel "Super Return" ("Super-Gewinn") protestiert: Während sich die rund 1500 Tagungsteilnehmer zum exklusiven "Networking Champagne Roundtables" auf dem abgelegenen Messegelände MOC trafen, präsentierten die Globalisierungskritiker am Platz der Münchner Freiheit ein Video, das zeigte, wie eine Heuschrecke ein anderes Insekt frisst. Auf einem Schriftzug wünschte Attac den in der Stadt weilenden Private-Equity-Managern "guten Appetit".

Der Appetit in der Branche ist in der Tat enorm: Für eine besonders hohe Rendite sezieren Private-Equity-Manager und ihre Investoren funktionierende Unternehmen - unter anderem, indem sie diesen die Kredite für die eigene Übernahme aufbürden, gewinnbringende Teile von Firmen verkaufen, sich durch "Sonderausschüttungen" Geld aus dem Unternehmen auszahlen lassen und hohe Managementgebühren kassieren. Gespart wird durch Entlassungen, Lohnkürzungen und Streichung der Forschungs- und Entwicklungskosten. Renditeversprechen in Höhe von 20 Prozent setzen andere Unternehmer und Investoren unter Zugzwang. Sie können - wenn überhaupt - nur durch eine kurzfristige und aggressive Strategie erreicht werden.

"Die Politik hört nicht auf, die Private-Equity-Branche zu verwöhnen", kritisierte Silke Ötsch von der bundesweiten Attac-Arbeitsgruppe zu Finanzmärkten. "Zum Aperitif gibt es die Steuerfreiheit auf Veräußerungsgewinne von Kapitalgesellschaften, als Vorspeise die Befreiung der Fonds von der Gewerbesteuer, zum Hauptgang unzureichende Eigenkapitalvorschriften, zum Käsegang die für reiche Kapitalbesitzer günstige Abgeltungssteuer, als Dessert Steuergeschenke auf das Einkommen von Fondsmanagern - und das Fressen geht immer noch weiter."

Attac fordert schärfere Eigenkapitalvorschriften für die Banken bei der Vergabe von Krediten an Private-Equity-Gesellschaften, mehr Mitbestimmungsmöglichkeiten für die Betriebsräte, die Verhinderung von kreditfinanzierten Sonderausschüttungen und die Streichung des Steuerprivilegs für Gewinnbeteiligungseinkünfte von Managern.

Infos im Internet:
* http://www.attac.de/finanzmarkt/


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Quelle:
Pressemitteilung vom 26.02.2008
Pressesprecherin Attac Deutschland
Frauke Distelrath
Post: Münchener Str. 48, 60329 Frankfurt/M
Tel.: 069/900 281-42; Fax: 069/900 281-99
E-Mail: presse@attac.de
Internet: www.attac.de


veröffentlicht im Schattenblick zum 28. Februar 2008