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ORF - ORF1/1063: Woche vom 20.10. bis 26.10.2018


Radioprogramm ORF1 – 43. Woche vom 20.10. bis 26.10.2018


Samstag, 20. Oktober 2018


06:00 Nachrichten


06:05 Guten Morgen Österreich


06:30 Uhr Nachrichten


06:56 Gedanken für den Tag
"Eindrücke aus einer terra incognita" – Künstler und Autorinnen aus Belarus möchte Martin Pollack, Autor und Übersetzer, aus ganz persönlicher Sicht in den Mittelpunkt stellen. –
Gestaltung: Alexandra Mantler

Ein blinder Fleck im heutigen Europa. Eine terra incognita, die im Westen oft reduziert wird auf die Tatsache, dass Weißrussland, oder Belarus, die letzte Diktatur in Europa ist, ein kommunistisches Freilichtmuseum, mit einem schnauzbärtigen Diktator, der wie eine groteske Kopie von Josef Stalin anmutet. Da ist schon was dran, aber in Wahrheit ist die Sache natürlich viel komplizierter.

Belarus ist, wenn man einmal die Politik ausklammert, ein Land von großer Schönheit, urtümliche Sumpfgebiete und Wälder, gemächlich durchs Land mäandernde Flüsse, und dann wieder schier endlose Kolchosen, Ackerwüsten. Vor allem aber besitzt Belarus ungemein liebenswerte Menschen, interessante Intellektuelle, Verleger, Autoren, Künstlerinnen. Artur Klinau, Viktar Martynovych, Valer Bulhakau, Swetlana Alexijewitsch, Valzhyna Mort … Sie möchte der Autor und Übersetzer polnischer Literatur Martin Pollack in den Mittelpunkt stellen, aus ganz persönlicher Sicht.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


08:00 Ö1 Journal um acht


08:10 Ö1 heute


08:15 Pasticcio


08:55 Heimspiel


09:00 Nachrichten


09:05 Hörbilder
Asta und Frede. Oder: Guten Morgen, Frau Nielsen. Von Lisbeth Jessen (DLR Kultur/NDR/SWR/WDR 2018).

Kopenhagen in den 1950er Jahren. Asta Nielsen, einstmals Star des deutschen Stummfilms, ist in ihre dänische Heimat zurückgekehrt. Allmählich wird es still um sie. Da taucht der 40-jährige Inhaber eines Ladens für alte Filme und Bücher auf – Frede Schmidt. Frede weiß alles über Asta und ihre Filme und bringt sie in vielen Telefonaten zum Lachen und Erzählen. Aber was hat er im Sinn? Jedenfalls schneidet Frede alle ihre Telefongespräche mit. Mehr als 100 Stunden. Unter anderem erzählt Asta von ihrem Sommerhaus auf Hiddensee, dem angeblich einzigen Ort, an dem sie glücklich war.


10:00 Nachrichten


10:05 Ö1 Klassik-Treffpunkt
Live aus dem RadioCafe in Wien. Gäste: Oksana Lyniv, Eduard Lanner.
Präsentation: Helmut Jasbar

Thematisch führt der heutige "Klassik-Treffpunkt" nach Graz, wo vor drei Tagen ein erstmals stattfindender Musikwettbewerb zu Ende gegangen ist und wo seit Beginn der Saison 2017/18 erstmals eine Frau die Grazer Oper und das Grazer Symphonische Orchester leitet. Helmut Jasbar begrüßt als Gäste im RadioCafe in Wien Chefdirigentin Oksana Lyniv und Eduard Lanner, der als Direktor des Johann-Joseph-Fux-Konservatoriums mit der Gesamtleitung des neu initiierten Wettbewerbes betraut ist.

Der 1.Internationale Franz Cibulka-Wettbewerb, ausgeschrieben für die Instrumente Klarinette und Tuba und für Solist/innen ab dem Jahrgang 1988 und jünger, ist dem Wirken und den Werken des steirischen Komponisten Franz Cibulka (1946-2016) gewidmet, soll alljährlich stattfinden und abwechselnd solistische und kammermusikalische Werke des Komponisten als Pflichtstücke beinhalten und so das Andenken an Cibulka bewahren.

Oksana Lyniv, nicht nur Chefdirigentin in Graz, sondern auch Mitglied der Wettbewerbs-Jury, hat selbstverständlich großes Interesse daran, jungen Musiker/innen den Karrierestart infolge eines Wettbewerbserfolges zu ermöglichen. Sie stammt aus Brody (der Geburtsstadt von Joseph Roth) in der Ukraine und begann ihre musikalische Ausbildung an der Musikakademie in Lemberg. Weiterführende Studien führten sie nach Dresden und nach deren Abschluss als Dirigentin und Stellvertreterin des Chefdirigenten an die Nationaloper Odessa, wo sie sich ein breites Repertoire erarbeiten konnte. Von 2013 an arbeitete und dirigierte sie als musikalische Assistentin von Kirill Petrenko an der Bayerischen Staatsoper München.

Als Direktor des Johann-Joseph-Fux-Konservatoriums des Landes Steiermark (seit Jänner 2015), als Klavierpädagoge und Korrepetitor setzt sich Eduard Lanner sehr für den musikalischen Nachwuchs ein und ist auch in die Organisation des Landesjugendsinfonieorchesters und des Béla Bartók-Klavierwettbewerbes eingebunden.

1968 in Leoben geboren, studierte Eduard Lanner in Graz Klavier, Orgel, Musikpädagogik sowie Germanistik, setzte seine Klavierstudien in Wien bei Paul Badura-Skoda und in Weimar bei Rolf Dieter Arens fort. Nach seinem Diplom-Abschluss konzertierte er als Solist und Klavierbegleiter. Von 1998-2011 war Eduard Lanner Klavierpädagoge und Korrepetitor am Josef-Matthias-Hauer-Konservatorium in Wiener Neustadt und wechselte 2005 auf die gleiche Position am Johann-Joseph-Fux-Konservatorium in Graz, wobei ihm die Förderung der zeitgenössischen Musik (Uraufführungen) sehr wichtig ist.

Ein "Ö1 Klassik-Treffpunkt" im Zeichen der musikalischen Nachwuchsförderung mit Helmut Jasbar und seinen Gästen Oksana Lyniv und Eduard Lanner, live aus dem RadioCafe in Wien!


11:35 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:40 help – das Konsumentenmagazin


12:00 Ö1 Mittagsjournal


12:56 Ö1 heute


13:00 Le week-end
Mit Elke Tschaikner und Christian Scheib


14:00 Ö1 Hörspiel
"Italienische Nacht" von Ödön von Horváth. Mit Richard Tomaselli, Heinrich Schweiger, Kurt Sowinetz, Franz Wettig, Viktor Braun, Eduard Cossovel, Anna Smolik, Elfriede Ramhapp u.a., Ton: Josef Adelberger, Bearbeitung und Regie: Curt Goetz-Pflug (SFB/ORF-S/SR 1965).

Ödön von Horváth war ein gesellschaftspolitisch engagierter Schriftsteller. Seine Grundhaltung war eine humanistische, weil er seine Figuren stets mit Mitgefühl zeichnete. Politisch ist Horváth, weil er das Verhalten der Personen auch gesellschaftlich und historisch begründet, ihre Radikalisierung, ihre von Phrasen strotzenden Reden, ihre Frauenfeindlichkeit.

Als Inspirationsquelle diente Horváth dabei vor allem ein Ort: Das Wirtshaus. Stundenlang saß Horváth oft in verschiedensten Gaststätten, beobachtete die Gäste, hörte zu und machte sich Notizen. Das Wirtshaus ist auch zentraler Schauplatz seines 1930 verfassten Volksstücks "Italienische Nacht", das Ö1 in einer Hörspielfassung aus dem Jahr 1965 bringt. Das Stück handelt von einer Auseinandersetzung zwischen dem republikanischen Schutzverband und den örtlichen Faschisten einer südbayerischen Kleinstadt. Zeitgleich mit der am kommenden Abend angekündigten republikanischen "Italienischen Nacht" will die Ortsgruppe der Faschisten einen "deutschen Tag" im Lokal veranstalten, was nicht nur schnell zu gegenseitigen Provokationen, sondern auch zu heftigen Auseinandersetzung innerhalb der Linken führt …


15:00 Nachrichten


15:05 Apropos Klassik
mit Gerhard Krammer. Instrumentales und Orchestrales aus "Nebenan".

Der Komponist Stanislaw Moniuszko (1819 – 1872) gilt als "Vater der polnischen Nationaloper". Geboren in der Nähe von Minsk, auf einem Landgut bei Ubiel, zog er mit seiner Familie im Alter von acht Jahren nach Warschau und erhielt dort eine fundierte musikalische Ausbildung. Berlin und Vilnius waren weitere Stationen seiner Laufbahn. Mit der Oper "Halka" wurde er 1858 schlagartig berühmt und zum Direktor der Oper Warschau ernannt. Der Vater von zehn Kindern hatte ständig mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen, im Alter von nur 52 Jahren starb er an einem Herzinfarkt. Zu seiner Trauerprozession kamen 80.000 Menschen.

Neben einem umfangreichen Lied-, Opern- und Bühnenmusikschaffen verfasste Stanislaw Moniuszko geistliche Werke wie Messen oder Kantaten, das Kammermusikschaffen ist überschaubar. Ein musikalischer Streifzug durch das Werk eines Komponisten, der in unseren Breiten kaum präsent ist, seit den 1990er Jahren aber als eine wichtige historische Figur im kulturellen Leben Weißrusslands gilt.


16:57 Ö1 heute


17:00 Nachrichten


17:05 Diagonal – Radio für Zeitgenoss/innen
Der Unbequeme. Zur Person Maxim Biller.
Präsentation: Christine Scheucher

Anschl.: Diagonals Feiner Musiksalon

"Ich war kurz Donald Trump", meinte Maxim Biller in einem Interview, nachdem er im Jänner 2017 das neue "Literarische Quartett" verlassen hatte. Mit seinen temperamentvollen, um nicht zu sagen polternden, TV-Auftritten als Kritiker des traditionsreichen Formats frischte der deutsch-jüdische Autor das literarische Debattenfeld auf. Journalisten rissen sich um ihn. Jeder wollte einen markigen Spruch, eine Pointe des gelernten Provokateurs protokollieren. Flott, tabulos und garantiert politisch inkorrekt ist auch Maxim Billers opus magnum "Biografie" (2016).

Biller erzählt die Geschichte einer Männerfreundschaft, die mit den großen politischen Umbrüchen und Katastrophen des 20. Jahrhunderts verknüpft ist. Wir begegnen herrschsüchtigen Hysterikerinnen, melancholischen Salonkommunisten, millionenschweren Narzissten und einer beachtlichen Portion männlicher Versagensangst. In "Biografie" tritt Maxim Biller als eine Art Quentin Tarantino der deutschsprachigen Literatur an. So hat in deutscher Sprache noch nie jemand erzählt. In einem schier atemlosen Erzähltempo verhandelt Biller gewichtige Themen, durchleuchtet das durchwachsene Terrain jüdischer Identitäts- und Erinnerungspolitik.

Bereits seit dem Erscheinen seines Debüts "Wenn ich einmal reich und tot bin" (1990) widmet sich Biller dem literarischen Entwurf deutsch-jüdischer Identität, schreibt gegen das Vergessen an, gegen die kollektiven Lebenslügen der Nachkriegsgesellschaft. Doch in "Biografie" findet der Autor eine neue Form. Die Kritik reagiert großteils verstört. Nicht zuletzt wegen der Dichte an bizarren Sexszenen. In dem ausufernden Werk gibt es kaum eine Seite, auf der es nicht richtig zur Sache geht. Weit freundlicher wurde Billers zuletzt erschienener Roman "Sechs Koffer" aufgenommen, eine Familiengeschichte zwischen der Sowjetunion, der Tschechoslowakei und Deutschland, die deutliche autobiographische Züge trägt. Der Ich-Erzähler des Romans ist wie Maxim Biller 1960 in Prag geboren und flieht wie der Autor als 10-jähriger mit seiner Familie nach Hamburg.


19:00 Nachrichten


19:05 Tao – aus den Religionen der Welt
"Ein harter Schnitt". Religiöse und säkulare Expert/innen werden zum Thema befragt und Fakten und Hintergrundinformationen zur religiösen Praxis des Schächtens geliefert. –
Gestaltung: Kerstin Tretina

In der Hitze des Sommers wurde sie wieder entfacht: die Diskussion um das sogenannte Schächten. Ein Landesrat in Niederösterreich hatte Verschärfungen beim Schächten sowie die Registrierung von Konsument/innen von koscherem bzw. Halal-Fleisch gefordert. Die Islamische Glaubensgemeinschaft Österreich (IGGÖ) und vor allem die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) äußerten massive Kritik und Bedenken. IKG-Präsident Oskar Deutsch befürchtete, dass künftig nur mehr Jüdinnen und Juden koscheres Fleisch kaufen dürften, die zuvor namentlich registriert worden seien. Die Wogen gingen daraufhin hoch. Mittlerweile hat Niederösterreich eine Neuregelung bekommen, die keine Registrierung der Abnehmer/innen vorsieht.

Für das Schächten charakteristisch ist das Durchtrennen der Halsschlagader des Tieres durch einen schnellen Schächtschnitt ohne vorhergehende Betäubung, dann bluten die Tiere aus. In Österreich ist Schächten derzeit laut dem Tierschutzgesetz des Bundes, das von den Ländern vollzogen wird, erlaubt – allerdings unter bestimmten Auflagen. Schächtungen in der eigenen Küche oder im Garten sind nicht gestattet. Die Debatte hat aber erneut viele Fragen aufgeworfen: Warum werden Tiere im Judentum und im Islam rituell geschlachtet? Welche Unterschiede bestehen dabei zwischen Judentum und Islam? Wer ist überhaupt befugt, Tiere zu schächten? Geht es dabei um mehr als um die bloße Art des Tötens? Wie weit geht die Religionsfreiheit, wie weit der Tierschutz? Wird das Thema gar für einen Kulturkampf instrumentalisiert? Fest steht, dass es eine Vielzahl von Standpunkten zum Thema gibt: Die einen geben an, die besondere Grausamkeit des Schächtens belegen zu können, die anderen die besondere Tierfreundlichkeit der Methode. In der Sendung werden religiöse und säkulare Expert/innen zum Thema befragt und Fakten und Hintergrundinformationen zur religiösen Praxis des Schächtens geliefert.


19:30 Hector Berlioz: "Les Troyens" (Dolby Surround)
Mit Brandon Jovanovich (Enée), Anna Caterina Antonacci (Cassandre), JoyceDiDonato (Didon), Adam Plachetka (Chorèbe), Jongmin Park (Narbal), Paolo Fanale (Iopas) u.a.
Chor und Orchester der Wiener Staatsoper; Dirigent: Alain Altinoglu (aufgenommen am 14. und 17. Oktober 2018 in der Wiener Staatsoper in Dolby Digital 5.1).
Präsentation: Michael Blees

Diese Sendung wird in Dolby Digital 5.1 Surround Sound übertragen. Die volle Surround-Qualität erleben Sie, wenn Sie Ö1 unter "OE1DD" über einen digitalen Satelliten-Receiver und eine mehrkanalfähige Audioanlage hören.

*

Sonntag, 21. Oktober 2018


00:00 Nachrichten


00:05 Die Ö1 Jazznacht
Die Ö1 Jazznacht mit Ines Reiger. Bon Jour, Caterina Valente: Günther Huber im Jazznacht-Studio, Caterina Valente & WDR-Bigband 1990 in der Kölner Philharmonie; Jazz in Weißrussland

01:00, 03:00 und 05:00 Uhr Nachrichten

"Mit dieser Stimme werden Sie keine Karriere machen", lautete die Aussage des Leiters von Radio Luxemburg, als vor 65 Jahren die damals 22-jährige Caterina Valente erstmals im Studio aufnahm. Er sollte irren. Das jüngste Kind aus dem musikalischen Familienunternehmen Valente sang zwischen 1935 und 2003 über 1.400 Titel für Tonträger ein. 1986 konnte Caterina Valente einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde als Frau mit den meisten TV-Auftritten der Welt verbuchen, nur Frank Sinatra hatte mehr.

Das musikalische Spektrum der vielseitigen und sprachgewandten Künstlerin reicht vom deutschen Schlager über Bossa Nova und Chanson bis zum Jazz, mit dem auch Valentes internationale Karriere begann. Sie musizierte mit den Großen des Showbusiness wie Frank Sinatra, Sammy Davis jr., Chet Baker, Ella Fitzgerald, Buddy Rich, Michael Legrand sowie Peter Alexander, Udo Jürgens u.v.m. 2003 hat sich die Grande Dame des Entertainments still von der Bühne zurückgezogen und genießt seither abseits der Öffentlichkeit konsequent ihr Privatleben. Einer ihrer engsten Freunde und Vertrauten ist der Manager und Musikfachmann Günther Huber, der regelmäßig bei Caterina Valente in deren Domizil in Lugano zu Besuch ist.

Ines Reiger bittet Günther Huber zum Gespräch und präsentiert das Konzert Caterina Valentes mit der WDR-Bigband vom 4. April 1990 in der Kölner Philharmonie, für die Pianist Roger Kellaway die amerikanischen Songs von Kurt Weill in jazzige Big-Band-Arrangements kleidete. Außerdem: Ein Beitrag zum Jazz im Ö1-"Nebenan"-Schwerpunktland Weißrussland.


06:00 Nachrichten


06:05 Guten Morgen Österreich


06:30 Uhr Nachrichten


06:55 Zwischenruf
von Marco Uschmann


07:00 Nachrichten


07:05 Lebenskunst – Begegnungen am Sonntagmorgen
U. a. mit dem Beitrag: "Gebete gegen das Vergessen"

Im Herzen von Minsk, gleich neben dem ehemaligen sogenannten Minsker Ghetto, wird jedes Jahr – im Rahmen der Gedenkreisen des Vereins "IM-MER – Maly Trostinec erinnern" – eine interreligiöse Trauerfeier für die österreichischen Opfer der Shoah in Minsk und Maly Trostinec abgehalten.

Das Ghetto in Minsk war ein von den deutschen Besatzungstruppen abgeriegelter Stadtbezirk im Nordwesten der weißrussischen Hauptstadt, in dem die Nationalsozialisten von Juli 1941 bis zum Oktober 1943 die jüdischen Bewohnerinnen und Bewohner von Minsk, ab November 1941 zusätzlich auch deportierte Jüdinnen und Juden beispielsweise aus Deutschland oder Österreich, gefangen hielten.

Neben geistlichen Vertretern aus Judentum und Christentum sind auch Überlebende des Minsker Ghettos bei der Feier anwesend, die sich an prägende Momente dieser dunklen Zeit erinnern. Eine Reportage von der interreligiösen Trauerfeier, die die Namen der Ermordeten würdigt. Ein Beitrag zum Ö1-Programmschwerpunkt "Nebenan": Weißrussland. -

Gestaltung: Kerstin Tretina


08:00 Ö1 Journal um acht


08:10 Ö1 heute


08:15 Du holde Kunst
"Hin gen Norden zieht mein Herz" – Meeres- und Küsten-Gedichte von Theodor Storm (und eines von Günter Kunert). Es liest Hermann Beil.
Gestaltung: Gudrun Hamböck und Beate Linke-Fischer.

Nicht nur seine berühmtesten Novellen sind von ihnen geprägt, auch in seiner Lyrik poetisiert Theodor Storm die nordfriesischen Landschaften mit ihren Dünen, Heiden und Inseln. Sein Blick füllt ihre scheinbare Leere, denn er hängt am wimmelnden Insektenleben mit der gleichen Intensität wie er über die einsame Weite der Küste schweift oder auch im Rückblick auf seine Geburtsstadt Husum fällt, die "graue Stadt am Meer", der er seine immerwährende Liebe erklärt. Am Schluss dann ein Gedicht von Günter Kunert, als Abschied – oder Abflug – aus heutiger Vogelperspektive …

Thomas Bernhard hat ein Stück nach ihm benannt und sein Name ist untrennbar mit dem Wiener Burgtheater verbunden, der einstige Peymann-Kodirektor und langjährige Chefdramaturg Hermann Beil ist aber auch ein glänzender Rezitator und als solcher 71-jähriger Debütant bei "Du holde Kunst".


09:00 Nachrichten


09:05 Gedanken
"Die Hölle der Hedonisten" – Terézia Mora über die Arbeit als Last, Lust und Notwendigkeit.
Gestaltung: Doris Glaser

Am 27. Oktober wird die deutsch-ungarische Schriftstellerin Terézia Mora in Darmstadt den renommiertesten und mit 50.000 Euro höchstdotierten Literaturpreis im gesamten deutschen Sprachraum entgegennehmen: den Georg-Büchner-Preis 2018. Sie reiht sich damit in eine lange Liste prominenter Namen wie Gottfried Benn, Heinrich Böll, Friedrich Dürrenmatt oder Friederike Mayröcker.

Terézia Mora wurde 1971 in Sopron geboren. Ihre Familie gehörte der deutschsprachigen Minderheit an und die Autorin wuchs zweisprachig auf. "In ihren Romanen und Erzählungen widmet sich Terézia Mora Außenseitern und Heimatlosen, prekären Existenzen und Menschen auf der Suche und trifft damit schmerzlich den Nerv unserer Zeit", so die Begründung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, die den Büchner-Preis vergibt.

"Ich selber komme aus einem bäuerlichen Milieu, in dem nur körperliche Arbeit als anständig empfunden wird", erklärt Terézia Mora den Umstand, warum sie sich in ihren Texten immer wieder mit Fragen der materiellen und der immateriellen Existenzsicherung beschäftigt.

Ideal wäre, so die Autorin, eine Dreiteilung in Lohnarbeit, wohltätige Verrichtungen und in die – für ein gelungenes Leben ebenso wichtige - Arbeit an der Selbstverwirklichung. Für sie persönlich gäbe es ohnehin keinen Unterschied zwischen Arbeit und Freizeit. "Was wäre Urlaub für mich? Nicht zu schreiben oder nicht zu lesen? Das halte ich nicht länger als eine Woche aus".


10:00 Nachrichten


10:05 Ambiente – von der Kunst des Reisens
Reisemagazin, u.a. mit: Jazzgeschichte in der Mälzerei. Das Eisenacher Lippmann+Rau Musikarchiv und der älteste Jazzclub der DDR. Von Jakob Fessler; Valencia und Umgebung: Natur in Albufera, Geschichte in Gandia. Eine Reportage von Egar Schütz; Meine neue Heimat: Eisenstadt. Von Claudia Gschweitl.
Redaktion: Ursula Burkert

Wo einst die Familie Heintz Braumalz und Malzkaffee herstellte, ist heute der Jazz zu Hause. In den 1870er-Jahren wurde in Eisenach im heutigen, deutschen Bundesland Thüringen eine Mälzerei errichtet, die mit einer kurzen Unterbrechung bis 1953 in Betrieb war. Jahrzehntelang waren anschließend die Fabrikräume ungenutzt. 1988 entdeckte der Eisenacher Jazzclub, der älteste der DDR, den Keller des Gebäudes für sich und errichtete hier seinen Jazzkeller "Posaune". Seit 1999 ist auch das neugegründete, internationale Jazzarchiv in der alten Mälzerei untergebracht. Benannt wurde das Archiv nach dem Eisenacher Horst Lippmann und seinem Partner Fritz Rau. Als Konzertveranstalter arbeiteten sie mit Jazz-, Pop- und Rockgrößen wie Ella Fitzgerald, Madonna, Jimi Hendrix und den Rolling Stones zusammen und brachten sie nach Deutschland. Heute ist die alte Mälzerei ein erhaltenes Industriedenkmal und erzählt mit unzähligen Schallplatten, CDs und Tonbändern, Plakaten, Fotografien und Zeitungsartikeln ein Stück Jazzgeschichte.

Valencia und Umgebung: Natur in Albufera, Geschichte in Gandia. Die Reispfanne "Paella" ist wohl eines der bekanntesten kulinarischen Wahrzeichen Spaniens. Das Original stammt aus Valencia. Das kommt nicht von ungefähr. Knapp außerhalb der Stadtgrenze erstreckt sich die Albufera. Hier liegt der größte See Spaniens und eines der bedeutendsten Feuchtbiotope der gesamten iberischen Halbinsel. Ein Naturschutzgebiet von großer ökologischer Bedeutung, das einzigartigen Wasservögeln als Überwinterungsstätte dient. Seine reichhaltigen Gewässer haben seit jeher den Fischern und Reisbauern als Lebensunterhalt gedient. Eine Oase der Ruhe unweit einer Fast-Millionen-Metropole. Dem Schriftsteller Vicente Blasco Ibáñez (1867-1928) diente das Biotop für zahlreiche seiner Werke als Inspirationsquelle, etwa für seinen Roman "Cañas y Barro" (1902), der auf Deutsch unter dem Titel "Sumpffieber" erschien. Bei einer Bootsfahrt lässt sich erfahren, dass sich am rotgoldenen Farbspiel des Sonnenuntergangs am endlosen Horizont bis heute nicht viel verändert hat. Knapp eine Autostunde entfernt liegt das Küstenstädtchen Gandia. Heute ein typischer Badeort am Mittelmeer, war Gandia im 15. und 16. Jahrhundert ein wichtiges kulturelles und kommerzielles Zentrum. Von 1548 bis 1772 gab es eine Universität, die nach der Auflösung des Jesuiten-Ordens geschlossen wurde. In Gandia ist bis heute der Palast der Borjas zu besichtigen. Die Adelsfamilie stammte aus dieser Region und brachte immerhin zwei Päpste hervor. Daraus ist auch zu verstehen, dass sie unter dem Namen Borgia bis heute eher mit Italien assoziiert wird, weil sie vor allem dort zu Macht und Reichtum kam …

Meine neue Heimat: Eisenstadt


11:00 Nachrichten


11:03 Matinee
Orchestre National de France, Dirigent: Emmanuel Krivine; Bertrand Chamayou, Klavier. Edouard Lalo: Ouvertüre zu "Le Roi d'Ys" * Camille Saint-Saëns: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 5 F-Dur op. 103, "Ägyptisches" * Johannes Brahms: Symphonie Nr. 4 e-Moll op. 98 (aufgenommen am 13. September in der Maison de la Radio – Auditorium de Radio France, Paris)


11:50 (in der Pause) Intermezzo – Künstlerinnen und Künstler im Gespräch


12:10 Matinee
Orchestre National de France, Dirigent: Emmanuel Krivine (aufgenommen am 13. September in der Maison de la Radio – Auditorium de Radio France, Paris)


12:56 Ö1 heute


13:00 Ö1 Sonntagsjournal


13:10 gehört.gewusst. Das Ö1 Quiz
Drei Kandidatinnen und Kandidaten aus ganz Österreich lösen mit Doris Glaser raffinierte Rätsel aus den Bereichen Kultur, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. Dabei kann allwöchentlich ein Gutschein für den ORF-Shop im Wert von 150 Euro erspielt werden. Zur Auswahl stehen erlesene Hörbücher, Klassiker aus der Kabarett-Edition, Aufnahmen des Radiosymphonieorchesters, Raritäten aus der Edition "Alte Musik" u.v.m.

Außerdem erhält jede Kandidatin, jeder Kandidat, die Ö1 Club-Mitgliedschaft, ein Jahresabo des Klassik-Streaming-Portals fidelio und eine Grafik aus der Ö1 Talentebörse. Die Besten der Besten spielen Ende Jänner 2019 in einer öffentlichen Superchampions-Runde um eine Ö1 Flusskreuzfahrt für zwei Personen am Rio Douro in Portugal. Wenn Sie selber mitspielen wollen, melden Sie sich an unter: oe1.orf.at/quiz/anmeldung


14:00 Nachrichten


14:05 Menschenbilder
"Jenseits des Polizeimajors" – der Filmemacher, Maler und Autor Peter Patzak

Im vergangenen Sommer konnte man auf Gut Gasteil die Ausstellung "Eve Joy Patzak und Peter Patzak" sehen, bildnerischer Ausdruck einer intensiven Kommunikation in einer Extremsituation, wenn einem der "Gesprächs"partner nämlich die verbale Sprache verloren geht.

Die Zeichnungen seiner Frau ließen Peter Patzak mit "Briefen" an sie antworten, zuerst schrieb er auf die Leinwand, dann übermalte er … auch ein Rückgriff auf die erste Kunstform für die er sich entschied: Patzak, 1945 geboren, hatte schon 1962 seine erste Ausstellung als Maler, danach ging er nach New York, machte Kurzfilme, 1972 kam sein erster Film "Die Situation" ins Kino und 1976 begann die Fernsehserie, die legendär wurde:

Mit Helmut Zenker als Autor drehte Patzak "Kottan ermittelt" mit drei verschiedenen Darstellern des Polizeimajors, Helmut Zenker war auch Autor des inzwischen wieder besonders aktuell scheinenden Films "Kassbach" über einen rechtsradikalen Bürger.

Peter Patzak war Professor und Institutsvorstand für Film und Fernsehen an der Universität für Musik und darstellende Kunst. Und sein Vater hatte einen Beruf, der mit Peter Patzaks Werk durchaus zu tun hat: er war Polizeimajor.

Gestaltung: Petra Herczeg Rosenberg


14:55 Schon gehört?
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15:00 Nachrichten


15:05 Apropos Oper
Zu Gast in der Mailänder Scala: Ausschnitte aus Vincenzo Bellinis Oper "Il Pirata", mit Sonya Yoncheva (Imogene), Piero Pretti (Gualtiero), Nicola Alaimo (Ernesto) u.a. sowie Chor und Orchester der Mailänder Scala unter der musikalischen Leitung von Riccardo Frizza (aufgenommen am 29. Juni 2018).
Gestaltung: Michael Blees

Für den jungen Vincenzo Bellini war es anno 1827 an der Mailänder Scala der große Durchbruch: mit seiner Oper "Il Pirata" konnte er einen triumphalen Erfolg feiern. Sein Werk wurde sogleich an vielen Bühnen nachgespielt – hat letztendlich aber doch nicht dauerhaften Eingang ins Opern-Kern-Repertoire gefunden.

60 Jahren sind seit den letzten Aufführungen an der Uraufführungsbühne vergangen; Maria Callas hat damals, 1958, mit ihrer Gestaltung der Imogene das Publikum in Begeisterung versetzt. Jetzt, bei einer Scala-Neuproduktion im vergangenen Juni, konnte man die vielseitige bulgarische Sopranistin Sonya Yoncheva in der schwierigen Partie erleben.


16:00 Ex libris
Bücher, Menschen, Themen Schönheit des Vergehens
Ein Gespräch mit Walter Kappacher (80. Geburtstag am 24. Oktober)

Umkreisungen

Wolf Wondratschek: Selbstbild mit russischem Klavier, Roman, Ullstein Verlag

Michael Lentz: Schattenfroh, Roman, S. Fischer Verlag

Peter Waterhouse: Equus. Wie Kleist nicht heißt, Matthes & Seitz Verlag

Jugendbuch des Monats


16:55 Ö1 heute


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:10 Spielräume Spezial
Upright sounds – Tomas Liska.
Gestaltung: Maria Reininger

Tomas Liska ist einer der umtriebigsten Jazz- und Worldbassisten Tschechiens. Und er kennt wenige Genregrenzen: Auf seinem Album Milokraj, unter anderem mit der Vokalistin Marta Topferová und Marcel Comendant am Cimbalom, hat er aus tschechischer Folklore Worldjazz gemacht. Er hat mit den US-Größen Benny Golson und Bobby Durham gespielt, und mit mehreren anderen Musikern ein Flamenco-Jazzsextett gegründet. Bei der Jazz-Competition Hoeilaart in Belgien wurde er vor knapp zehn Jahren zum besten Jazzbassisten gewählt. Eine seiner jüngsten Produktionen zusammen mit den österreichischen Musikern Efe Turumtay und Nikola Zaric – hat weiter nach Wien und in den Orient geführt, und neugierig gemacht, in die Biografie des Bassisten zurückzuhören.


17:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:15 Moment am Sonntag
Klischee und Wirklichkeit: Leben im Gemeindebau

International gelten kommunale Wohngebäude als soziale Brennpunkte. Österreich gilt als große Ausnahme: Durch relativ hohe Einkommensgrenzen lebt auch die Mittelschicht im Gemeindebau, heißt es – Stichwort " soziale Durchmischung". Und statt Ghettos an den Stadtgrenzen zu schaffen, setzte man in Wien seit den 1920er Jahren auf eine gute Verteilung im Stadtgebiet. Wien besitzt rund 220.000 Wohnungen für eine halbe Million Menschen und so mancher Gemeindebau-Komplex erinnert eher an eine Kleinstadt als an sozialen Wohnbau – mit eigenen Kindergärten, Supermärkten und einer Polizeistation. Ein Lokalaugenschein.

Gestaltung: Bea Sommersguter


19:00 Nachrichten


19:05 Contra – Kabarett und Kleinkunst
"Nicht wahr?" Viktor Gernot auf der Suche nach der Wahrheit.
Gestaltung: Bernhard Fellinger

Nicht wahr? Eine Floskel, die in der deutschen Sprache unendlich oft an das Ende eines Satzes gefügt wird. Als Zeichen, um seiner Überzeugung Ausdruck zu verleihen? Oder seiner Unsicherheit? Aus prinzipieller Besserwisserei? Oder aufgrund der Tatsache, dass man genau weiß, dass man falsch liegt? Nicht wahr?

Und das alles geschieht im postfaktischen Zeitalter, in dem nicht mehr Unwissenheit und schlechte Recherche die Grundlage für Falschinformation bilden, sondern die pure Absicht zu manipulieren, oder schlicht eine Unwahrheit wirksam in die Welt zu setzen. Uralte Weisheiten und Glaubenssätze werden in Frage gestellt. Dazu gesellt sich die Tatsache, dass man im Internet auf vieles trifft, jedoch im seltensten Fall auf die Wahrheit. Alle Schwindler, Manipulatoren, Lügner? Oder einfach nur zu faul um nachzudenken und nachzufragen? Darüber kann Viktor Gernot trefflich reden, scherzen und singen und spielen.
"Nicht wahr?"


19:30 Ö1 Kunstsonntag: Überblick


19:33 Ö1 Kunstsonntag: Radiosession
Ö1 Kunstsonntag: Radiosession mit Helmut Jasbar. Barocke Komposition, zeitgenössische Improvisation

"Alchemie der Saitenkunst" könnte das Motto dieser besonderen Begegnung lauten. Hubert Hoffmann, Lee Santana und Helmut Jasbar erkunden Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Lauten-und Gitarrenmusik. Hoffmann konzertiert als Solist und Continuo-Spieler weltweit und forscht über österreichische Barockmusik im 17. und 18. Jahrhundert, hat Solo-CDs (Klosterneuburger Lautenbuch, Werke des böhmischen Grafen Losy) und – gemeinsam mit "Ars Antiqua Austria" – die Erstaufnahme von Lautenkonzerten des 1716 verstorbenen Wiener Komponisten Wenzel Ludwig von Radolt herausgebracht.

Der in Florida geborene Lautenist Lee Santana lebt seit längerer Zeit in Europa und interessiert sich naturgemäß für Alte Musik, ist aber auch in anderen interessanten Kontexten zu hören. 1984 kam er nach Deutschland, seither arbeitet er auch hierzulande als freiberuflicher Lautenist und Komponist. Santana konzertiert mit renommierten Ensembles wie etwa dem Freiburger Barockorchester. Gitarrist und Gastgeber Helmut Jasbar wird mit den beiden – musizierend und intervenierend – die Radiosession bestreiten.


20:15 Ö1 Kunstsonntag: Tonspuren
"Wenn mich meine Mutter mit einem Wort beschreiben müsste, würde sie sagen: stur." Die kroatische Schriftstellerin Slavenka Drakulic. Feature von Mahmoud Lamine und Adam Lamine.

Slavenka Drakulic, geboren 1949 in Rijeka, gilt als eine der wichtigsten literarischen Stimmen Kroatiens. Ihre Romane und Essaybände wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und sie lebt in mehreren Ländern – in Kroatien, Schweden, Österreich und in den USA.

Mit einem Buchprojekt über vergewaltigte Frauen im Balkankrieg, oder ihrer "Typografie der Kriegsverbrecher" im Bosnienkrieg ("Keiner war dabei") erregte Drakulic internationales Aufsehen. Schon ihr erstes Buch, "Todsünden des Feminismus" (1984) – der ersten feministischen Veröffentlichung dieser Art in Kroatien – wurde zu einem Kultbuch der Frauenbewegung.

Im Mittelpunkt des Features stehen Beziehungen und Erfahrungen, die das Schreiben der Slavenka Drakulic wesentlich prägten. Etwa die Beziehung zu ihrem Vater, der Offizier war – "Einer von denen, die keinen Unterschied zwischen ihren Soldaten und der eigenen Familie machen". Oder die lebensbedrohliche Nierenerkrankung, unter der sie seit vielen Jahren leidet: Drakulic musste sich zwei Mal einer Transplantation unterziehen, über die sie auch zwei Bücher geschrieben hat: "Das Prinzip Sehnsucht" und den Erfahrungsbericht "Leben spenden".


21:00 Ö1 Kunstsonntag: Milestones
Ö1 Kunstsonntag: Milestones mit Klaus Wienerroither. Die unerschrockene Synthesizer-Pionierin Annette Peacock

Das 1972 veröffentlichte Soloalbum "I'm The One" der aus Brooklyn, New York, stammenden Annette Peacock ist funky, verspielt und voller verrückter Einfälle. Unbekümmert kombiniert die zu diesem Zeitpunkt 31-jährige Sängerin und Keyboarderin Avantgarde-Einflüsse, Jazz, Rock, Blues und elektronische Musik. Peacock ist eine der ersten Musikerinnen, die mit dem Moog-Synthesizer experimentieren, und das mit klarem Konzept: Die schlüssigen Songskizzen dieses Albums werden zumeist in einem Take aufgenommen.


21:40 Ö1 Kunstsonntag: Neue Texte
"Wer tötet Kommissar Haferkamp?" von Wolfgang Mörth. Es liest der Autor.
Gestaltung: Ingrid Bertel

Mama kann schon nerven! Walter Kaspar erinnert sich mit ungutem Gefühl an ihre Schwärmerei für Tatort-Kommissar Heinz Haferkamp. Der ermittelte zwischen 1974 und 1980 und sorgte für reichlich Krach zwischen den Eheleuten Kaspar. Beim Wiedersehen alter Hafkamp-Tatortfolgen glaubt Walter Kaspar plötzlich zu verstehen, was sich damals wirklich zwischen seinen Eltern abgespielt hat.


22:00 Nachrichten


22:05 Ö1 Kunstsonntag: Überblick


22:08 Ö1 Kunstsonntag: Zeit-Ton extended


22:55 Ö1 Kunstsonntag: ZOOM->In


23:00 Ö1 Kunstsonntag: Radiokunst – Kunstradio
"Lexit"
Hörspiel von Caroline Hofer, Mit: Katharina Knap, Claudia Kottal, Valerie Pachner und Roman Blumenschein, Musik: Florian Kmet, Regie: Caroline Hofer, Produktion ORF 2018

"Brexit, Öxit, Lexit – alle reden von ihrem Ausstieg, aber wo ist eigentlich mein Ausgang?" Fragt sich Lena, die Sängerin, Mutter, Freundin, Partnerin, auf der Suche nach einer anderen Richtung für ihr Leben. Sie nimmt für einige Tage eine Auszeit vom Alltag, trifft auf Bekannte von früher und erinnert sich an die Träume ihrer Jugend.

Der Weg in die Zukunft, der Spagat zwischen Kindesbetreuung, Beziehung, Kunst und Freundschaft, Weite und Nähe, Distanz und Dissonanz werden in Lexit auch musikalisch umgesetzt.

*

Montag, 22. Oktober 2018


00:00 Nachrichten


00:05 Du holde Kunst
(Wiederholung von 8:15 Uhr)


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht
dazw. 3:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Schonungsloser Blick auf das Selbst". Anlässlich seines 100. Todestages beleuchtet Johanna Schwanberg, Direktorin des Dom Museum Wien, die skandalumwitterte Biografie des Ausnahmekünstlers im Wien der Jahrhundertwende – Egon Schiele.
Gestaltung: Alexandra Mantler

100 Jahre nach seinem tragischen Tod im Jahr 1918 mit nur 28 Jahren gilt der expressionistische Künstler Egon Schiele als einer der bedeutendsten Protagonisten der Moderne. Denn Egon Schiele hat wie kein Zweiter in der Kunst des 20. Jahrhunderts die gesamte Bandbreite des menschlichen Daseins auf radikal ungeschönte Weise in seinen Bildern und Zeichnungen thematisiert. Im Zentrum seiner Arbeit stehen die schonungslose Auseinandersetzung mit der eigenen männlichen Identität genauso wie die Freude an der Schönheit der Natur oder die Verzweiflung ob der Einsamkeit und Sterblichkeit des Menschen.

In ihren "Gedanken für den Tag" beleuchtet die Kunstwissenschafterin Johanna Schwanberg die skandalumwitterte Biografie des Ausnahmekünstlers im Wien der Jahrhundertwende: Sie gibt Einblick in die Beziehungen und Freundschaften Egon Schieles und spürt der künstlerischen Entwicklung des bis an die Grenzen des Möglichen gehenden expressionistischen Malers nach und sie fragt nach Aspekten des Sinnlichen wie auch des Spirituellen in seiner Kunst. Weltbekannte Meisterwerke werden genauso besprochen wie weniger bekannte Arbeiten des Künstlers, sodass deutlich wird, warum die Blätter und Gemälde dieses Wegbereiters bis heute weltweit faszinieren.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Was sollen unsere Kinder lernen?
Unterrichtsmaterie am Prüfstand (1).
Gestaltung: Ute Maurnböck

Jugendliche, die einen Beruf erlernen möchten oder sich ein Studium überlegen, stehen vor einem Dschungel an Möglichkeiten. Das Fächerangebot ist vielfältiger geworden – wer kannte vor wenigen Jahren Mechatroniker/innen oder konnte das Management Internationaler Geschäftsprozesse studieren? Auch die Zahl an Schul- und Ausbildungstypen ist gewachsen und komplexer geworden.

Schulen stehen deshalb vor einer besonderen Herausforderung. Sie sollen Kindern und Jugendlichen Wissen vermitteln, dessen Anwendbarkeit aber nicht gesichert ist. Die (Aus)Bildung von heute ist morgen vielleicht unbrauchbar. Fertigkeiten sind in unserer globalisierten Welt schnell nicht mehr gefragt oder werden plötzlich gefordert.

Manche Schulen wollen neue Wege gehen und den Lernenden Fähigkeiten fürs Alltagsleben mitgeben: Sie lehren Glück, Mediation, Nachhaltigkeit oder auch Ernährung.

Andere setzen nach wie vor auf Latein als Bildungssprache, eine universale Ausbildung und fördern Auswendiglernen als Hirntraining. Dazu kommen Informatik und Neue Medien, die ständig auf den neuesten Stand gebracht werden wollen. Worauf also soll die Schule die Kinder und Jugendlichen vorbereiten?

Was möchte und soll sie vermitteln – welche neuen Inhalte sind gefragt, um den flexiblen Arbeitsanforderungen besser gewachsen zu sein? Und welcher Wert wird Fächern wie Religion, Bewegung oder Musik im Jahr 2018 beigemessen?

Das Radiokolleg besucht Schulen, in denen motivierte Schüler/innen wie Pädagog/innen nach bewährten wie neuen Lehrinhalten lehren und lernen.


09:30 Radiokolleg – Feingliedrig und komplex
Ein Lob der Hand (1).
Gestaltung: Robert Weichinger

Im Laufe des Pleistozäns kam es zur Entwicklung des aufrechten Gangs, ein Schlüsselereignis in der Evolution des Menschen. Die Folge: Ein aufwendiger anatomischer Umbau des Skeletts. Die Hände wurden "frei", dienten nicht mehr zur Fortbewegung, sie bildeten sich zum universalen Instrument für die Herstellung und den Gebrauch von Werkzeugen, die Nahrungsbeschaffung und die Verteidigung. Die Bipedie der Hominiden und die immer vielseitiger einsetzbaren Hände ermöglichen im nächsten Evolutionsschritt die enorme Entfaltung des menschlichen Gehirns.

Die Hand ist in ihrem anatomischen Aufbau sehr komplex: ein Gebilde aus Sehnen, Muskeln und Knochen, dazu drei Nerven und tausende Fühlkörperchen. Hände können fest zupacken, aber ebenso dünnes Garn durchs Nadelöhr fädeln. Für Biochemiker gehören sie zum kompliziertesten Körperteil des Menschen. Dank unserer stark beanspruchten Hände, die im Laufe eines Lebens etwa 25 Millionen Mal gebeugt und gestreckt werden, können wir in besonderer Weise greifen und fühlen, millimetergenaue Schnitte in der Chirurgie setzen und in der Malerei spontane Gesten auf die Leinwand bringen. Hände sind in der Musik unverzichtbar und wenn uns diese Musik gefällt, dann klatschen wir in die Hände.

Die Radiokollegreihe widmet sich der Kulturgeschichte der Hand, dem anatomischen "Spezialisten".


09:45 Radiokolleg – "Dein ist mein ganzes Herz"
Franz Lehár im Porträt (1).
Gestaltung: Julia Reuter

Zu Beginn seiner Karriere, als Franz Lehár Militärkapellmeister bei der k.u.k.-Armee war, empfand er als hilfreichste Kritik die Reaktion der Feldwebel: "Wenn ihnen etwas gefallen hat, sind sie zu mir gekommen und ham mir gratuliert, und wenn ihnen etwas nicht besonders gefallen hat, sind sie hinausgegangen und ham Zigaretten geraucht. Da hab ich gleich gewusst, was los ist".

Durch Zufall lernte Franz Lehár die Tochter von Victor Léon kennen, die ihrem Vater eine Zusammenarbeit mit Lehár ans Herz legte. Der Librettist ließ Lehár testweise Musik für die Operette "Der Rastelbinder" komponieren, gleichzeitig entstand im Auftrag vom Theater an der Wien jene für "Wiener Frauen". So wurde die Musik des Komponisten an zwei Wiener Theatern aufgeführt und Franz Lehár galt 1902 als "Shootingstar" der Operettenszene.

Drei Jahre später gelang ihm mit der Musik zu "Die lustige Witwe" ein erster Welterfolg. Im Lauf seiner erfolgreichen Karriere schuf Franz Lehár zahlreiche und in viele Sprachen übersetzte Evergreens, darunter "Da geh ich zu Maxim", "Dein ist mein ganzes Herz" oder "Immer nur lächeln".

Sein Leben, seine Musik, die Zusammenarbeit mit dem Startenor Richard Tauber, mit Librettisten wie Victor Léon und Fritz Löhner-Beda stehen ebenso im Mittelpunkt dieser Radiokollegreihe wie auch die Zeit während des Nationalsozialismus. Dank historischer Radioaufnahmen aus den Jahren kurz vor seinem Tod, am 24. Oktober 1948, kommt Franz Lehár auch selbst zu Wort.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Anklang
mit Stefan Höfel. Nestroys Hauskapellmeister.

Carl Binder (1816-1860) hat grundlegend zur Verbreitung einiger Werke Jacques Offenbachs beigetragen. Beispielsweise stammt die Ouvertüre zu "Orpheus in der Unterwelt" aus seiner Feder, da Offenbach selbst kein Vorspiel komponiert hatte, dies aber in Wien obligatorisch war.


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
"Selbstbild mit russischem Klavier" von Wolf Wondratschek.
Gestaltung: Peter Zimmermann


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Irene Suchy.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer und in französischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Festival Musica Sacra 2018
La Grande Chapelle. Werke von Cristóbal de Morales, Tomás Luis de Victoria und Francisco Guerrero (aufgenommen am 30. September in der Stiftskirche Lilienfeld).
Präsentation: Gustav Danzinger


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund


16:00 Nachrichten


16:05 Passagen
Lesung: FHO – Der Ritter von der komischen Gestalt
Eine Hommage an Fritz Ritter von Herzmanovsky-Orlando, gelesen von Roland Knie (Aufgenommen am 21. September 2018 im RadioCafe des ORF RadioKulturhauses in Wien)
Bearbeitung: Robert Weichinger

"FHO", wie der kleine Herr mit dem Zylinder (als der er auch in seinen Zeichnungen auftrat) zu signieren pflegte, gehört heute zum Kanon des phantastischen Realismus in der österreichischen Literatur. Er erspürte immer wieder austriakische Wunder, die ans Selbstverständliche grenzen: die Erfindung der Eisenbahn als josefinische Schnurre, den fliegenden Hofbeamten und Sammler allerhöchster Milchzähne – oder auch ein abgefeimtes Kriminalstück im Salon Derer von Wallenstein, das den zweiten Teil des Herzmanovsky-Abends bildet, in dem es vor ungarischen Onkeln, böhmischen Astrologen, polnischen Falschspielern und lallenden Burgtheatermimen nur so wimmelt - und welches trotzdem – ganz hinterhältig, ganz harmlos – genauso heißt wie das normale Leben. Oder wenigstens so ähnlich: "Sellawie".


16:55 Digital.Leben


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:25 Hundert Häuser
1972 – ORF-Landesstudio Dornbirn


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Astrid Schwarz.


17:55 Betrifft: Geschichte
Zur Geschichte der Panzer. Mit Christian Ortner, Direktor des Heeresgeschichtlichen Museums in Wien.
Gestaltung: Andreas Wolf

Die ersten mit Fernkampfwaffen ausgestatteten, gepanzerten Fahrzeuge, waren Streitwägen, die mit Bogenschützen besetzt waren. Später schützten gepanzerte Rammböcke Festungsbelagerer vor Feindbeschuss.

Tierische oder menschliche Muskelkraft setzten der Weiterentwicklung gepanzerter Waffen aber Grenzen. Erst durch die Erfindung von Verbrennungsmotoren vervielfältigte sich die zur Verfügung stehende Leistung. Damit konnten gepanzerte Fahrzeuge erstmals über weite Strecken autonom bewegt werden.

Eines der ersten Panzerfahrzeuge der Welt wurde 1906 in Österreich-Ungarn entwickelt. Bei seinem ersten Manöver legte der geländegängige Radpanzer mit Vollgummireifen und zwei Maschinengewehren an nur einem Tag rund 160 Kilometer zurück. Trotz der beeindruckenden Leistungsfähigkeit lehnte das Heer seine Anschaffung ab. Der Durchbruch der Panzerwaffe erfolgte 10 Jahre später während des Ersten Weltkrieges. Einen weiteren Entwicklungsschub brachte der Zweite Weltkrieg, an dessen Ende stand das auch heute noch gültige möglichst flache Design der Kampfwagen.

Von den ersten Modellen an, bis in die Gegenwart, war die Panzerentwicklung durch einen technologischen Wettlauf mit immer effizienter werdenden Abwehrwaffen geprägt.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Dimensionen
Quallen als Nutztiere der Zukunft
Von Hanna Ronzheimer

Seit rund 500 Millionen Jahren gibt es Quallen. Mit der Klimaerwärmung und der Verschmutzung der Meere kommen sie mehr als gut zurecht. Eine Plage für Tourist/innen und Entwässerungsanlagen. Doch die Qualle könnte auch anders und böte ungeahnte Möglichkeiten: Beispielsweise als Nahrungsquelle für die Europäer, nicht nur die Asiaten. Eifrig arbeiten Lebensmittelingenieure deshalb an Rezepten, die auch in unseren Breitengraden den Massengeschmack treffen sollen.

Und in der Ökologie: Da könnte der Quallenschleim Plastikpartikel in den Ozeanen binden. Möglicherweise schmieren wir uns auch bald ein bisschen Qualle ins Gesicht, denn die Kosmetikindustrie setzt auf die Qualle. "Go Jelly" heißt ein EU-finanziertes Projekt, bei dem 15 wissenschaftliche Institute aus acht Ländern am Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel an den vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten des Tieres forscht.


19:30 On stage
On stage mit Marlene Schnedl. "Mandorla Awakening II": afrofuturistische Musik von Nicole Mitchell

Die in Chicago lebende, afroamerikanische Flötistin und Komponistin Nicole Mitchell und das von ihr gegründete Black Earth Ensemble erzählen in ihrer Musik Geschichten - afrofuturistische Geschichten. Das jüngste Projekt "Mandorla Awakening II: Emerging Worlds" – 2017 auf CD erschienen – startete Mitchell, nachdem sie "The Chalice and the Blade" (in der deutschen Übersetzung "Kelch & Schwert") der Kulturhistorikern, Soziologin und Rechtswissenschafterin Riane Eisler gelesen hatte.

In diesem Buch geht es um zweierlei Gesellschaften: Die einen, die vom Willen zur Herrschaft geleitet werden, und die anderen, die partnerschaftlich und kollaborativ arbeiten. Davon inspiriert, schrieb Nicole Mitchell Kompositionen, in denen sie die im Jahr 2099 angesiedelte Geschichte des abgelegenen "Mandorla Island" erzählt. Dort treffen Dystopie und Utopie aufeinander und ein Paar sucht nach Wegen der Koexistenz von Weltanschauungen, die an sich als inkompatibel gelten.

Entsprechend dieser Dialektik ist Mitchells Black Earth Ensemble sowohl mit Musiker/innen der aktuellen Chicagoer Jazzszene als auch mit solchen aus Japan besetzt, wobei letztere traditionelle Instrumente ihrer Heimat spielen. Nicole Mitchell dazu: "Ich verfolge die ehrgeizige Idee, dass Musik die Kraft hat, transformativ zu wirken, dass wir durch Musik visionäre Welten erschaffen können, die es uns ermöglichen, Alternativen in unserer Lebensweise zu sehen".

Am 25. August dieses Jahres stellte Nicole Mitchell dieses außergewöhnliche Projekt beim 39. Internationalen Jazzfestival Saalfelden vor.

Marlene Schnedl präsentiert die Höhepunkte des Konzertabends.


21:00 Ex libris
Bücher, Menschen, Themen


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Was sollen unsere Kinder lernen? Unterrichtsmaterie am Prüfstand (1).
Gestaltung: Ute Maurnböck

Feingliedrig und komplex. Ein Lob der Hand (1).
Gestaltung: Robert Weichinger

"Dein ist mein ganzes Herz". Franz Lehár im Porträt (1).
Gestaltung: Julia Reuter


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
musikprotokoll 2018. Das Talea Ensemble mit Griseys "Talea" und einer Uraufführung von Georg Friedrich Haas.
Gestaltung: Franz Josef Kerstinger

Im Sprachgebrauch des 14. Jahrhunderts bedeutet "color" das Melodische, "talea" das Rhythmische. Mithilfe dieser kompositionstechnischen Terminologie emanzipiert sich das Weltliche vom kirchlich Kontrollierten. Über Jahrhunderte hinweg bezogen sich Komponisten auf dieses Spannungsverhältnis. "Talea" ist der Titel eines legendären Werkes des französischen Komponisten Gérard Grisey.

Diese Komposition war es auch, die für die Gründung des Talea Ensembles, einem New Yorker Ensemble für zeitgenössische Musik, titelinspirierend war. Sie lässt das kleine Ensemble durch eine furiose Abfolge von Klangschattierungen mäandern, die der Idee von "talea" und "color" eine völlig neue Bedeutung geben. Zum ersten Mal zu Gast beim musikprotokoll spielte das Ensemble heuer das legendäre Stück "Talea" von Grisey in einem absolut exquisiten Umfeld:

Eine Uraufführung von Georg Friedrich Haas mit dem Titel "Monologue for Graz" wurde flankiert von zwei Werken jüngerer Komponist/innen aus dem Umfeld der Columbia University, Zosha di Castri und William Dougherty, sowie dem Stück "tri a ex uno" von Georg Friedrich Haas, in dem die Beziehung zwischen Musik um 1500 und dem frühen 21. Jahrhundert zur sinnstiftenden Erzählung wird. In anderen Worten: Talea spielt "Talea".

*

Dienstag, 23. Oktober 2018


00:00 Nachrichten


00:05 Anklang
(Wiederholung von 10:05 Uhr)


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht
dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Schonungsloser Blick auf das Selbst". Anlässlich seines 100. Todestages beleuchtet Johanna Schwanberg, Direktorin des Dom Museum Wien, die skandalumwitterte Biografie des Ausnahmekünstlers im Wien der Jahrhundertwende – Egon Schiele.
Gestaltung: Alexandra Mantler

100 Jahre nach seinem tragischen Tod im Jahr 1918 mit nur 28 Jahren gilt der expressionistische Künstler Egon Schiele als einer der bedeutendsten Protagonisten der Moderne. Denn Egon Schiele hat wie kein Zweiter in der Kunst des 20. Jahrhunderts die gesamte Bandbreite des menschlichen Daseins auf radikal ungeschönte Weise in seinen Bildern und Zeichnungen thematisiert. Im Zentrum seiner Arbeit stehen die schonungslose Auseinandersetzung mit der eigenen männlichen Identität genauso wie die Freude an der Schönheit der Natur oder die Verzweiflung ob der Einsamkeit und Sterblichkeit des Menschen.

In ihren "Gedanken für den Tag" beleuchtet die Kunstwissenschafterin Johanna Schwanberg die skandalumwitterte Biografie des Ausnahmekünstlers im Wien der Jahrhundertwende: Sie gibt Einblick in die Beziehungen und Freundschaften Egon Schieles und spürt der künstlerischen Entwicklung des bis an die Grenzen des Möglichen gehenden expressionistischen Malers nach und sie fragt nach Aspekten des Sinnlichen wie auch des Spirituellen in seiner Kunst. Weltbekannte Meisterwerke werden genauso besprochen wie weniger bekannte Arbeiten des Künstlers, sodass deutlich wird, warum die Blätter und Gemälde dieses Wegbereiters bis heute weltweit faszinieren.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Was sollen unsere Kinder lernen?
Unterrichtsmaterie am Prüfstand (2).
Gestaltung: Ute Maurnböck

Jugendliche, die einen Beruf erlernen möchten oder sich ein Studium überlegen, stehen vor einem Dschungel an Möglichkeiten. Das Fächerangebot ist vielfältiger geworden – wer kannte vor wenigen Jahren Mechatroniker/innen oder konnte das Management Internationaler Geschäftsprozesse studieren? Auch die Zahl an Schul- und Ausbildungstypen ist gewachsen und komplexer geworden.

Schulen stehen deshalb vor einer besonderen Herausforderung. Sie sollen Kindern und Jugendlichen Wissen vermitteln, dessen Anwendbarkeit aber nicht gesichert ist. Die (Aus)Bildung von heute ist morgen vielleicht unbrauchbar. Fertigkeiten sind in unserer globalisierten Welt schnell nicht mehr gefragt oder werden plötzlich gefordert.

Manche Schulen wollen neue Wege gehen und den Lernenden Fähigkeiten fürs Alltagsleben mitgeben: Sie lehren Glück, Mediation, Nachhaltigkeit oder auch Ernährung.

Andere setzen nach wie vor auf Latein als Bildungssprache, eine universale Ausbildung und fördern Auswendiglernen als Hirntraining. Dazu kommen Informatik und Neue Medien, die ständig auf den neuesten Stand gebracht werden wollen. Worauf also soll die Schule die Kinder und Jugendlichen vorbereiten?

Was möchte und soll sie vermitteln – welche neuen Inhalte sind gefragt, um den flexiblen Arbeitsanforderungen besser gewachsen zu sein? Und welcher Wert wird Fächern wie Religion, Bewegung oder Musik im Jahr 2018 beigemessen?

Das Radiokolleg besucht Schulen, in denen motivierte Schüler/innen wie Pädagog/innen nach bewährten wie neuen Lehrinhalten lehren und lernen.


09:30 Radiokolleg – Feingliedrig und komplex
Ein Lob der Hand (2).
Gestaltung: Robert Weichinger

Im Laufe des Pleistozäns kam es zur Entwicklung des aufrechten Gangs, ein Schlüsselereignis in der Evolution des Menschen. Die Folge: Ein aufwendiger anatomischer Umbau des Skeletts. Die Hände wurden "frei", dienten nicht mehr zur Fortbewegung, sie bildeten sich zum universalen Instrument für die Herstellung und den Gebrauch von Werkzeugen, die Nahrungsbeschaffung und die Verteidigung. Die Bipedie der Hominiden und die immer vielseitiger einsetzbaren Hände ermöglichen im nächsten Evolutionsschritt die enorme Entfaltung des menschlichen Gehirns.

Die Hand ist in ihrem anatomischen Aufbau sehr komplex: ein Gebilde aus Sehnen, Muskeln und Knochen, dazu drei Nerven und tausende Fühlkörperchen. Hände können fest zupacken, aber ebenso dünnes Garn durchs Nadelöhr fädeln. Für Biochemiker gehören sie zum kompliziertesten Körperteil des Menschen. Dank unserer stark beanspruchten Hände, die im Laufe eines Lebens etwa 25 Millionen Mal gebeugt und gestreckt werden, können wir in besonderer Weise greifen und fühlen, millimetergenaue Schnitte in der Chirurgie setzen und in der Malerei spontane Gesten auf die Leinwand bringen. Hände sind in der Musik unverzichtbar und wenn uns diese Musik gefällt, dann klatschen wir in die Hände.

Die Radiokollegreihe widmet sich der Kulturgeschichte der Hand, dem anatomischen "Spezialisten".


09:45 Radiokolleg – "Dein ist mein ganzes Herz"
Franz Lehár im Porträt (2).
Gestaltung: Julia Reuter

Zu Beginn seiner Karriere, als Franz Lehár Militärkapellmeister bei der k.u.k.-Armee war, empfand er als hilfreichste Kritik die Reaktion der Feldwebel: "Wenn ihnen etwas gefallen hat, sind sie zu mir gekommen und ham mir gratuliert, und wenn ihnen etwas nicht besonders gefallen hat, sind sie hinausgegangen und ham Zigaretten geraucht. Da hab ich gleich gewusst, was los ist".

Durch Zufall lernte Franz Lehár die Tochter von Victor Léon kennen, die ihrem Vater eine Zusammenarbeit mit Lehár ans Herz legte. Der Librettist ließ Lehár testweise Musik für die Operette "Der Rastelbinder" komponieren, gleichzeitig entstand im Auftrag vom Theater an der Wien jene für "Wiener Frauen". So wurde die Musik des Komponisten an zwei Wiener Theatern aufgeführt und Franz Lehár galt 1902 als "Shootingstar" der Operettenszene.

Drei Jahre später gelang ihm mit der Musik zu "Die lustige Witwe" ein erster Welterfolg. Im Lauf seiner erfolgreichen Karriere schuf Franz Lehár zahlreiche und in viele Sprachen übersetzte Evergreens, darunter "Da geh ich zu Maxim", "Dein ist mein ganzes Herz" oder "Immer nur lächeln".

Sein Leben, seine Musik, die Zusammenarbeit mit dem Startenor Richard Tauber, mit Librettisten wie Victor Léon und Fritz Löhner-Beda stehen ebenso im Mittelpunkt dieser Radiokollegreihe wie auch die Zeit während des Nationalsozialismus. Dank historischer Radioaufnahmen aus den Jahren kurz vor seinem Tod, am 24. Oktober 1948, kommt Franz Lehár auch selbst zu Wort.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Anklang
Nicht nur Karajans Rodolfo: Erinnerungen an den Tenor Gianni Raimondi. Ausschnitte aus Opern von Giacomo Puccini, Gaetano Donizetti, Giuseppe Verdi u.a.
Gestaltung: Christoph Wagner Trenkwitz.

In der verfilmten Mailänder Franco Zeffirelli-Produktion von Puccinis "La Bohème" war der Tenor Gianni Raimondi unter Herbert von Karajan der Rodolfo an der Seite von Mirella Freni – und auch an der Wiener Staatsoper hat man diese (bis heute im Repertoire befindliche) Muster-Inszenierung in dieser Besetzung gefeiert. Zwar hat der in Bologna geborene Künstler nie die Ausnahmeklasse eines di Stefano, Bergonzi oder Corelli erreicht, dennoch war er mit seinem kraftvoll sicheren und höhenstarken Tenor aber ein vielseitiger Künstler, der in nahezu allen wichtigen Opernzentren der Welt in Erscheinung getreten ist – an der Mailänder Scala beispielsweise häufig als Partner von Maria Callas. Vor 10 Jahren, im Oktober 2008, ist Gianni Raimondi verstorben.


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
"Rache" von Vladimir Nabokov. Aus dem Russischen von Rosemarie Tietze.
Es liest Günter Einbrodt.
Gestaltung: Bernhard Herrmann
Präsentation: Gudrun Hamböck

Welche Temperatur hat der Hass eines Naturwissenschafters? Eine tiefe. Ein Biologe, Ehemann einer deutlich jüngeren Frau, findet einen Liebesbrief, der nicht an ihn adressiert ist. Ab sofort beschäftigt er sich nur noch damit, für das zarte, nervöse Geschöpf mit Hang zum Spiritismus eine besonders raffinierte Todesart zu finden …

Eine frühe Erzählung Nabokovs, die der Schriftsteller, Literaturwissenschafter, Schmetterlingsforscher und Mehrfachemigrant noch auf Russisch verfasste.


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Hans Georg Nicklaus.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer und in französischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Das Ö1 Konzert
Adèle Charvet, Mezzosopran; Florian Caroubi, Klavier. Claude Debussy: Chansons de Bilitis * Maurice Ravel: Cinq mélodies populaires grecques * Maurice Delage: Quatre poèmes hindous * Eric Tanguy: Souvenir * Henri Duparc: La vie antérieure; L'invitation au voyage * Louis François Marie Aubert: Six Poèmes arabes (aufgenommen am 23. Juli in der Salle Pasteur, Le Corum in Montepellier im Rahmen des "Festival de Radio France et Montpellier 2018").
Präsentation: Chris Tina Tengel.


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund


16:00 Nachrichten


16:05 Tonspuren
"Wenn mich meine Mutter mit einem Wort beschreiben müsste, würde sie sagen: stur". Die kroatische Schriftstellerin Slavenka Drakulic. Feature von Mahmoud Lamine und Adam Lamine

Slavenka Drakulic, geboren 1949 in Rijeka, gilt als eine der wichtigsten literarischen Stimmen Kroatiens. Ihre Romane und Essaybände wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und sie lebt in mehreren Ländern – in Kroatien, Schweden, Österreich und in den USA.

Mit einem Buchprojekt über vergewaltigte Frauen im Balkankrieg, oder ihrer "Typografie der Kriegsverbrecher" im Bosnienkrieg ("Keiner war dabei") erregte Drakulic internationales Aufsehen. Schon ihr erstes Buch, "Todsünden des Feminismus" (1984) – der ersten feministischen Veröffentlichung dieser Art in Kroatien – wurde zu einem Kultbuch der Frauenbewegung.

Im Mittelpunkt des Features stehen Beziehungen und Erfahrungen, die das Schreiben der Slavenka Drakulic wesentlich prägten. Etwa die Beziehung zu ihrem Vater, der Offizier war – "Einer von denen, die keinen Unterschied zwischen ihren Soldaten und der eigenen Familie machen". Oder die lebensbedrohliche Nierenerkrankung, unter der sie seit vielen Jahren leidet: Drakulic musste sich zwei Mal einer Transplantation unterziehen, über die sie auch zwei Bücher geschrieben hat: "Das Prinzip Sehnsucht" und den Erfahrungsbericht "Leben spenden".


16:45 Heimspiel


16:55 Digital.Leben


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:25 Hundert Häuser
1947 – Kraftwerk Kaprun


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Albert Hosp.


17:55 Betrifft: Geschichte
Zur Geschichte der Panzer. Mit Christian Ortner, Direktor des Heeresgeschichtlichen Museums in Wien.
Gestaltung: Andreas Wolf

Die ersten mit Fernkampfwaffen ausgestatteten, gepanzerten Fahrzeuge, waren Streitwägen, die mit Bogenschützen besetzt waren. Später schützten gepanzerte Rammböcke Festungsbelagerer vor Feindbeschuss.

Tierische oder menschliche Muskelkraft setzten der Weiterentwicklung gepanzerter Waffen aber Grenzen. Erst durch die Erfindung von Verbrennungsmotoren vervielfältigte sich die zur Verfügung stehende Leistung. Damit konnten gepanzerte Fahrzeuge erstmals über weite Strecken autonom bewegt werden.

Eines der ersten Panzerfahrzeuge der Welt wurde 1906 in Österreich-Ungarn entwickelt. Bei seinem ersten Manöver legte der geländegängige Radpanzer mit Vollgummireifen und zwei Maschinengewehren an nur einem Tag rund 160 Kilometer zurück. Trotz der beeindruckenden Leistungsfähigkeit lehnte das Heer seine Anschaffung ab. Der Durchbruch der Panzerwaffe erfolgte 10 Jahre später während des Ersten Weltkrieges. Einen weiteren Entwicklungsschub brachte der Zweite Weltkrieg, an dessen Ende stand das auch heute noch gültige möglichst flache Design der Kampfwagen.

Von den ersten Modellen an, bis in die Gegenwart, war die Panzerentwicklung durch einen technologischen Wettlauf mit immer effizienter werdenden Abwehrwaffen geprägt.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Dimensionen
Organoide und Stammzellen zur Erforschung der Gehirnentwicklung
Von Birgit Dalheimer

Was passiert in den ersten Tagen, Wochen und Monaten, wenn ein menschliches Gehirn entsteht? Das konnten Wissenschafter/innen bis vor kurzem nicht direkt beobachten. Seit wenigen Jahren macht eine ganz neue Entwicklung diese Beobachtung in der Petrischale möglich. Wiener Forscher/innen ist es gelungen, aus menschlichen Stammzellen gehirnähnliche Gebilde zu züchten, so genannte Organoide. Mittlerweile wurde die Methode weltweit kopiert und verfeinert.

An den bis zu rund vier Millimeter kleinen Krümeln untersuchen die Forscher/innen verschiedene Aspekte der Gehirnentwicklung. Sie erwarten sich Aufschlüsse unter anderem über Erkrankungen wie Schizophrenie oder Epilepsie. Die fatale Wirkung des Zika-Virus wurde so bereits erforscht. Und auch menschliche Hirn-Stammzellen werden vermehrt eingesetzt, um die frühe Entwicklung unseres Denkorgans zu verstehen.


19:30 Das Ö1 Konzert (Dolby Surround)
Tonkünstler-Orchester, Dirigent: Yutaka Sado; Beatrice Rana, Klavier. Gottfried von Einem: Tanz-Rondo op. 27 * Frédéric Chopin: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 e-Moll op. 11 * Jean Sibelius: Symphonie Nr. 5 Es-Dur op. 82 (aufgenommen am 16. Oktober im Großen Musikvereinsaal in Wien in Dolby Digital 5.1).
Präsentation: Gustav Danzinger

Einer der bekanntesten österreichischen Komponisten der Moderne war Gottfried von Einem. Sein Tanz-Rondo spielen die Tonkünstler ihm zu Ehren, denn die Musikwelt feiert 2018 seinen 100. Geburtstag.

"Er ist nicht nur Virtuose, er ist auch Poet", schrieb Heinrich Heine über Frédéric Chopin. Mit seinem ersten Klavierkonzert kehrt Beatrice Rana zu den Tonkünstlern zurück. Die italienische Pianistin bezauberte ihr Publikum bereits beim Antrittskonzert von Chefdirigent Yutaka Sado. Er wählte für das Finale dieses Programms die fünfte Symphonie von Jean Sibelius mit der berühmten "Schwanenhymne" aus.
(Tonkünstler-Orchester)


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Was sollen unsere Kinder lernen? Unterrichtsmaterie am Prüfstand (2).
Gestaltung: Ute Maurnböck

Feingliedrig und komplex. Ein Lob der Hand (2).
Gestaltung: Robert Weichinger

"Dein ist mein ganzes Herz". Franz Lehár im Porträt (2).
Gestaltung: Julia Reuter


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
musikprotokoll 2018. Das Konzert des Ensembles airborne extended.
Gestaltung: Astrid Schwarz

Ein luftiges Ensemble mit umfangreichen Instrumentarium: vier Querflöten und zehn Blockflöten. Bei airborne extended kommt von Sopranino bis Kontrabassblockflöte ebenso das Cembalo sowie eine Harfe zum Einsatz. Diese ungewöhnliche Besetzung bietet den Musikerinnen eine enorme Bandbreite an Möglichkeiten, was Tonumfänge, Klangfarbenpotenzial und Lautstärkenspektrum anbelangt, worauf das Wort "extended" im Ensemblenamen verweist.

Seit seiner Gründung 2013 erweitert sich das Repertoire des Ensembles, das hauptsächlich aus Auftragswerken besteht, ständig. Sechs Uraufführungen wurden beim heurigen musikprotokoll präsentiert, allesamt Kompositionen der "next generation" – Stücke von jungen Komponierenden, die sie im Kontext ihres Studiums an der Kunstuniversität Graz mit dem Ensemble erarbeitet haben.

*

Mittwoch, 24. Oktober 2018


00:00 Nachrichten


00:05 Anklang
(Wiederholung von 10:05 Uhr).


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht
dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Schonungsloser Blick auf das Selbst". Anlässlich seines 100. Todestages beleuchtet Johanna Schwanberg, Direktorin des Dom Museum Wien, die skandalumwitterte Biografie des Ausnahmekünstlers im Wien der Jahrhundertwende – Egon Schiele.
Gestaltung: Alexandra Mantler

100 Jahre nach seinem tragischen Tod im Jahr 1918 mit nur 28 Jahren gilt der expressionistische Künstler Egon Schiele als einer der bedeutendsten Protagonisten der Moderne. Denn Egon Schiele hat wie kein Zweiter in der Kunst des 20. Jahrhunderts die gesamte Bandbreite des menschlichen Daseins auf radikal ungeschönte Weise in seinen Bildern und Zeichnungen thematisiert. Im Zentrum seiner Arbeit stehen die schonungslose Auseinandersetzung mit der eigenen männlichen Identität genauso wie die Freude an der Schönheit der Natur oder die Verzweiflung ob der Einsamkeit und Sterblichkeit des Menschen.

In ihren "Gedanken für den Tag" beleuchtet die Kunstwissenschafterin Johanna Schwanberg die skandalumwitterte Biografie des Ausnahmekünstlers im Wien der Jahrhundertwende: Sie gibt Einblick in die Beziehungen und Freundschaften Egon Schieles und spürt der künstlerischen Entwicklung des bis an die Grenzen des Möglichen gehenden expressionistischen Malers nach und sie fragt nach Aspekten des Sinnlichen wie auch des Spirituellen in seiner Kunst. Weltbekannte Meisterwerke werden genauso besprochen wie weniger bekannte Arbeiten des Künstlers, sodass deutlich wird, warum die Blätter und Gemälde dieses Wegbereiters bis heute weltweit faszinieren.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Was sollen unsere Kinder lernen?
Unterrichtsmaterie am Prüfstand (3).
Gestaltung: Ute Maurnböck

Jugendliche, die einen Beruf erlernen möchten oder sich ein Studium überlegen, stehen vor einem Dschungel an Möglichkeiten. Das Fächerangebot ist vielfältiger geworden – wer kannte vor wenigen Jahren Mechatroniker/innen oder konnte das Management Internationaler Geschäftsprozesse studieren? Auch die Zahl an Schul- und Ausbildungstypen ist gewachsen und komplexer geworden.

Schulen stehen deshalb vor einer besonderen Herausforderung. Sie sollen Kindern und Jugendlichen Wissen vermitteln, dessen Anwendbarkeit aber nicht gesichert ist. Die (Aus)Bildung von heute ist morgen vielleicht unbrauchbar. Fertigkeiten sind in unserer globalisierten Welt schnell nicht mehr gefragt oder werden plötzlich gefordert.

Manche Schulen wollen neue Wege gehen und den Lernenden Fähigkeiten fürs Alltagsleben mitgeben: Sie lehren Glück, Mediation, Nachhaltigkeit oder auch Ernährung.

Andere setzen nach wie vor auf Latein als Bildungssprache, eine universale Ausbildung und fördern Auswendiglernen als Hirntraining. Dazu kommen Informatik und Neue Medien, die ständig auf den neuesten Stand gebracht werden wollen. Worauf also soll die Schule die Kinder und Jugendlichen vorbereiten?

Was möchte und soll sie vermitteln – welche neuen Inhalte sind gefragt, um den flexiblen Arbeitsanforderungen besser gewachsen zu sein? Und welcher Wert wird Fächern wie Religion, Bewegung oder Musik im Jahr 2018 beigemessen?

Das Radiokolleg besucht Schulen, in denen motivierte Schüler/innen wie Pädagog/innen nach bewährten wie neuen Lehrinhalten lehren und lernen.


09:30 Radiokolleg – Feingliedrig und komplex
Ein Lob der Hand (3).
Gestaltung: Robert Weichinger

Im Laufe des Pleistozäns kam es zur Entwicklung des aufrechten Gangs, ein Schlüsselereignis in der Evolution des Menschen. Die Folge: Ein aufwendiger anatomischer Umbau des Skeletts. Die Hände wurden "frei", dienten nicht mehr zur Fortbewegung, sie bildeten sich zum universalen Instrument für die Herstellung und den Gebrauch von Werkzeugen, die Nahrungsbeschaffung und die Verteidigung. Die Bipedie der Hominiden und die immer vielseitiger einsetzbaren Hände ermöglichen im nächsten Evolutionsschritt die enorme Entfaltung des menschlichen Gehirns.

Die Hand ist in ihrem anatomischen Aufbau sehr komplex: ein Gebilde aus Sehnen, Muskeln und Knochen, dazu drei Nerven und tausende Fühlkörperchen. Hände können fest zupacken, aber ebenso dünnes Garn durchs Nadelöhr fädeln. Für Biochemiker gehören sie zum kompliziertesten Körperteil des Menschen. Dank unserer stark beanspruchten Hände, die im Laufe eines Lebens etwa 25 Millionen Mal gebeugt und gestreckt werden, können wir in besonderer Weise greifen und fühlen, millimetergenaue Schnitte in der Chirurgie setzen und in der Malerei spontane Gesten auf die Leinwand bringen. Hände sind in der Musik unverzichtbar und wenn uns diese Musik gefällt, dann klatschen wir in die Hände.

Die Radiokollegreihe widmet sich der Kulturgeschichte der Hand, dem anatomischen "Spezialisten".


09:45 Radiokolleg – "Dein ist mein ganzes Herz"
Franz Lehár im Porträt (3).
Gestaltung: Julia Reuter

Zu Beginn seiner Karriere, als Franz Lehár Militärkapellmeister bei der k.u.k.-Armee war, empfand er als hilfreichste Kritik die Reaktion der Feldwebel: "Wenn ihnen etwas gefallen hat, sind sie zu mir gekommen und ham mir gratuliert, und wenn ihnen etwas nicht besonders gefallen hat, sind sie hinausgegangen und ham Zigaretten geraucht. Da hab ich gleich gewusst, was los ist".

Durch Zufall lernte Franz Lehár die Tochter von Victor Léon kennen, die ihrem Vater eine Zusammenarbeit mit Lehár ans Herz legte. Der Librettist ließ Lehár testweise Musik für die Operette "Der Rastelbinder" komponieren, gleichzeitig entstand im Auftrag vom Theater an der Wien jene für "Wiener Frauen". So wurde die Musik des Komponisten an zwei Wiener Theatern aufgeführt und Franz Lehár galt 1902 als "Shootingstar" der Operettenszene.

Drei Jahre später gelang ihm mit der Musik zu "Die lustige Witwe" ein erster Welterfolg. Im Lauf seiner erfolgreichen Karriere schuf Franz Lehár zahlreiche und in viele Sprachen übersetzte Evergreens, darunter "Da geh ich zu Maxim", "Dein ist mein ganzes Herz" oder "Immer nur lächeln".

Sein Leben, seine Musik, die Zusammenarbeit mit dem Startenor Richard Tauber, mit Librettisten wie Victor Léon und Fritz Löhner-Beda stehen ebenso im Mittelpunkt dieser Radiokollegreihe wie auch die Zeit während des Nationalsozialismus. Dank historischer Radioaufnahmen aus den Jahren kurz vor seinem Tod, am 24. Oktober 1948, kommt Franz Lehár auch selbst zu Wort.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Anklang
mit Nadja Kayali.
Maurice Ravel: Klaviertrio a-Moll (The Nash Ensemble).

"Mein Trio ist fertig; es fehlen mir nur noch die Themen …", meinte Maurice Ravel auf die Frage, was aus seinem Plan, ein Klaviertrio zu schreiben, geworden sei. Tatsächlich hatte Ravel zu jener Zeit, knapp vor Ausbruch des 1. Weltkrieges, mit allerlei Schwierigkeiten zu kämpfen, u.a. der Londoner Erstaufführung von "Daphnis und Chloé".

Sein Trio wollte er in seiner baskischen Heimat schreiben, was in der Musik ihren Niederschlag fand.


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
"Mein Vater" und "Hochkönig" von Walter Kappacher. Es liest Miguel Herz-Kestranek.
Gestaltung: Karin Buttenhauser
Präsentation: Julia Zarbach

Der Eindruck von Sprachlosigkeit dominiert die Erinnerungen, die der Autor an seinen Vater hat. Dabei schien der Vater durchaus ein geselliger Mensch gewesen zu sein, der es vermochte, eine Tischrunde im Gasthaus zu unterhalten. Umso schweigsamer war er daheim …

Walter Kappacher wurde am 24. Oktober 1938 in Salzburg geboren. Er verließ die Schule im Alter von 15 Jahren und übte verschiedene Berufe aus; u.a. war er Motorrad-Mechaniker und Angestellter eines Reisebüros. Walter Kappacher, der 2009 den Georg-Büchner-Preis erhalten hat, lebt in Obertrum bei Salzburg.


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Gustav Danzinger.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer und in französischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Das Ö1 Konzert
Pittsburgh Symphony Orchestra, Dirigent: Manfred Honeck; Pinchas Zukermann, Violine. Mason Bates: Resurrexit (Uraufführung – Auftragswerk zu Ehren von Manfred Honecks 60. Geburstag) * Max Bruch: Konzert für Violine und Orchester Nr. 1 g-Moll op. 26 * Johannes Brahms: Symphonie Nr. 2 D-Dur op. 73 (aufgenommen am 28. September in der Heinz Hall, Pittsburgh).
Präsentation: Peter Kislinger


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund


16:00 Nachrichten


16:05 Praxis – Religion und Gesellschaft


16:40 Das Ö1 Gesundheitsmagazin


16:55 Digital.Leben


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:25 Hundert Häuser
2001 – museumsquartier


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Mirjam Jessa.


17:55 Betrifft: Geschichte
Zur Geschichte der Panzer. Mit Christian Ortner, Direktor des Heeresgeschichtlichen Museums in Wien.
Gestaltung: Andreas Wolf

Die ersten mit Fernkampfwaffen ausgestatteten, gepanzerten Fahrzeuge, waren Streitwägen, die mit Bogenschützen besetzt waren. Später schützten gepanzerte Rammböcke Festungsbelagerer vor Feindbeschuss.

Tierische oder menschliche Muskelkraft setzten der Weiterentwicklung gepanzerter Waffen aber Grenzen. Erst durch die Erfindung von Verbrennungsmotoren vervielfältigte sich die zur Verfügung stehende Leistung. Damit konnten gepanzerte Fahrzeuge erstmals über weite Strecken autonom bewegt werden.

Eines der ersten Panzerfahrzeuge der Welt wurde 1906 in Österreich-Ungarn entwickelt. Bei seinem ersten Manöver legte der geländegängige Radpanzer mit Vollgummireifen und zwei Maschinengewehren an nur einem Tag rund 160 Kilometer zurück. Trotz der beeindruckenden Leistungsfähigkeit lehnte das Heer seine Anschaffung ab. Der Durchbruch der Panzerwaffe erfolgte 10 Jahre später während des Ersten Weltkrieges. Einen weiteren Entwicklungsschub brachte der Zweite Weltkrieg, an dessen Ende stand das auch heute noch gültige möglichst flache Design der Kampfwagen.

Von den ersten Modellen an, bis in die Gegenwart, war die Panzerentwicklung durch einen technologischen Wettlauf mit immer effizienter werdenden Abwehrwaffen geprägt.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Dimensionen
Zum 50.Todestag der Physikerin Lise Meitner (Teil 1)
Von Armin Stadler

Lise Meitner wird 1878 als drittes Kind jüdischer Eltern in Wien geboren. In diesem Jahr darf man noch Jude, nicht aber eine Frau sein, wenn man später studieren möchte. Trotzdem nimmt sie an der Wiener Universität ein naturwissenschaftliches Studium auf, als erste Frau überhaupt hört sie in Österreich Vorlesungen über Physik. - Meitners großes Vorbild ist Marie Curie, deren Arbeiten über Radioaktivität sie begeistern und zu eigenen Forschungen antreiben.

Sie wird Studentin von Ludwig Boltzmann, arbeitet in Berlin unter Max Planck und klärt 1938/1939 gemeinsam mit Otto Hahn die Kernspaltung auf. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich Lise Meitner bereits in Schweden, nachdem sie von den Nationalsozialisten aus Deutschland vertrieben worden ist.

Ab 1947 leitet sie die kernphysikalische Abteilung des Physikalischen Instituts der TU Stockholm. – Erst im Alter erhält Meitner zahlreiche wissenschaftliche Auszeichnungen und jene Anerkennung, die ihr als Frau und Jüdin lange Zeit verwehrt werden. "Österreichs Madame Curie" stirbt am 27. Oktober 1968 in Cambridge. Heute erinnert das chemische Element 109 an die bedeutende Physikerin: Das "Meitnerium".


19:30 Alte Musik – neu interpretiert
präsentiert von Colin Mason

Passend zu einem Sendetermin Ende Oktober und dem Beginn der Treibjagdsaison, bringen wir eine Sendung mit Vokalmusik der Renaissance zum Lob der Jagd, einer Lieblingsbeschäftigung an fast allen Adelshöfen, wo mehrstimmige Vokalmusik kultiviert wurde. Solches Repertoire finden wir an deutschsprachigen, italienischen, und insbesonders an französischen Höfen des 16. Jahrhunderts. Zu hören werden unter anderem Stücke von Paul Hofhaimer, Ludwig Senfl, Adriano Banchieri, Claudio Monteverdi, Nicolas Gombert und Clément Janequin sein.

Zusätzlich zu jenen Musikstücken, die von der Jagd in wortwörtlichem Sinne handeln, ergänzen wir unser Programm mit einigen Vokalwerken, bei denen die Jagd eine häufig angewendete metaphorische Bedeutung innehat - die Beute also keinesfalls rein tierisch ist …


21:00 Salzburger Nachtstudio
Otto Bauer und das Schicksal des Austromarxismus
Gestaltung: Martin Haidinger

Unter einem Illusionisten versteht man gemeinhin einen Zauberkünstler. Ein solcher war der österreichische Sozialdemokrat Otto Bauer (1881-1938) sicherlich nicht; und dennoch nennt ihn sein Biograph, der Salzburger Historiker Ernst Hanisch, einen "großen Illusionisten" – wohl in Anspielung auf die hohen Erwartungen, die dieser ursächliche Schöpfer eines "Austromarxismus" in seinen Anhängern erweckte, und die sich letztlich nicht erfüllten.

Otto Bauers Traum vom Sozialismus, der Herrschaft des "Proletariats" zerplatzte, und mündete in die blutigen Auseinandersetzungen der Ersten Republik zwischen links und rechts. Dabei gehörte der wohlhabende Wiener Bürgersohn Bauer zu den talentiertesten politischen Köpfen Österreichs! Er verband höchste Intelligenz und eine scharfe Analysefähigkeit auf vielen Gebieten mit der Hoffnung auf eine bessere Zukunft der Menschheit und war dabei kein Zyniker der Macht, sondern ein bescheidener, eher schüchterner Mensch.

In kritischen Situationen allerdings blieb er entscheidungsschwach und zögerlich – mit fatalen Folgen. Als brillanter Rhetoriker und Theoretiker aber prägte der führende Sozialdemokrat die Geschichte der österreichischen Ersten Republik maßgeblich mit.

Historikerinnen und Historiker betrachten und bewerten in einem Salzburger Nachtstudio von Martin Haidinger Licht- und Schattenseiten dieses Politikers und seiner Bewegung.


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Was sollen unsere Kinder lernen? Unterrichtsmaterie am Prüfstand (3).
Gestaltung: Ute Maurnböck

Feingliedrig und komplex. Ein Lob der Hand (3).
Gestaltung: Robert Weichinger

"Dein ist mein ganzes Herz". Franz Lehár im Porträt (3).
Gestaltung: Julia Reuter


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Zeit-Ton Magazin.
Gestaltung: Nina Polaschegg

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen. Mit u.a. einer Vorschau auf das Festival Wien Modern, das am kommenden Sonntag startet.

*

Donnerstag, 25. Oktober 2018


00:00 Nachrichten


00:05 Anklang
(Wiederholung von 10:05 Uhr).


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht
dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Schonungsloser Blick auf das Selbst". Anlässlich seines 100. Todestages beleuchtet Johanna Schwanberg, Direktorin des Dom Museum Wien, die skandalumwitterte Biografie des Ausnahmekünstlers im Wien der Jahrhundertwende – Egon Schiele.
Gestaltung: Alexandra Mantler

100 Jahre nach seinem tragischen Tod im Jahr 1918 mit nur 28 Jahren gilt der expressionistische Künstler Egon Schiele als einer der bedeutendsten Protagonisten der Moderne. Denn Egon Schiele hat wie kein Zweiter in der Kunst des 20. Jahrhunderts die gesamte Bandbreite des menschlichen Daseins auf radikal ungeschönte Weise in seinen Bildern und Zeichnungen thematisiert. Im Zentrum seiner Arbeit stehen die schonungslose Auseinandersetzung mit der eigenen männlichen Identität genauso wie die Freude an der Schönheit der Natur oder die Verzweiflung ob der Einsamkeit und Sterblichkeit des Menschen.

In ihren "Gedanken für den Tag" beleuchtet die Kunstwissenschafterin Johanna Schwanberg die skandalumwitterte Biografie des Ausnahmekünstlers im Wien der Jahrhundertwende: Sie gibt Einblick in die Beziehungen und Freundschaften Egon Schieles und spürt der künstlerischen Entwicklung des bis an die Grenzen des Möglichen gehenden expressionistischen Malers nach und sie fragt nach Aspekten des Sinnlichen wie auch des Spirituellen in seiner Kunst. Weltbekannte Meisterwerke werden genauso besprochen wie weniger bekannte Arbeiten des Künstlers, sodass deutlich wird, warum die Blätter und Gemälde dieses Wegbereiters bis heute weltweit faszinieren.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Was sollen unsere Kinder lernen?
Unterrichtsmaterie am Prüfstand (4).
Gestaltung: Ute Maurnböck

Jugendliche, die einen Beruf erlernen möchten oder sich ein Studium überlegen, stehen vor einem Dschungel an Möglichkeiten. Das Fächerangebot ist vielfältiger geworden – wer kannte vor wenigen Jahren Mechatroniker/innen oder konnte das Management Internationaler Geschäftsprozesse studieren? Auch die Zahl an Schul- und Ausbildungstypen ist gewachsen und komplexer geworden.

Schulen stehen deshalb vor einer besonderen Herausforderung. Sie sollen Kindern und Jugendlichen Wissen vermitteln, dessen Anwendbarkeit aber nicht gesichert ist. Die (Aus)Bildung von heute ist morgen vielleicht unbrauchbar. Fertigkeiten sind in unserer globalisierten Welt schnell nicht mehr gefragt oder werden plötzlich gefordert.

Manche Schulen wollen neue Wege gehen und den Lernenden Fähigkeiten fürs Alltagsleben mitgeben: Sie lehren Glück, Mediation, Nachhaltigkeit oder auch Ernährung.

Andere setzen nach wie vor auf Latein als Bildungssprache, eine universale Ausbildung und fördern Auswendiglernen als Hirntraining. Dazu kommen Informatik und Neue Medien, die ständig auf den neuesten Stand gebracht werden wollen. Worauf also soll die Schule die Kinder und Jugendlichen vorbereiten?

Was möchte und soll sie vermitteln – welche neuen Inhalte sind gefragt, um den flexiblen Arbeitsanforderungen besser gewachsen zu sein? Und welcher Wert wird Fächern wie Religion, Bewegung oder Musik im Jahr 2018 beigemessen?

Das Radiokolleg besucht Schulen, in denen motivierte Schüler/innen wie Pädagog/innen nach bewährten wie neuen Lehrinhalten lehren und lernen.


09:30 Radiokolleg – Feingliedrig und komplex
Ein Lob der Hand (4).
Gestaltung: Robert Weichinger

Im Laufe des Pleistozäns kam es zur Entwicklung des aufrechten Gangs, ein Schlüsselereignis in der Evolution des Menschen. Die Folge: Ein aufwendiger anatomischer Umbau des Skeletts. Die Hände wurden "frei", dienten nicht mehr zur Fortbewegung, sie bildeten sich zum universalen Instrument für die Herstellung und den Gebrauch von Werkzeugen, die Nahrungsbeschaffung und die Verteidigung. Die Bipedie der Hominiden und die immer vielseitiger einsetzbaren Hände ermöglichen im nächsten Evolutionsschritt die enorme Entfaltung des menschlichen Gehirns.

Die Hand ist in ihrem anatomischen Aufbau sehr komplex: ein Gebilde aus Sehnen, Muskeln und Knochen, dazu drei Nerven und tausende Fühlkörperchen. Hände können fest zupacken, aber ebenso dünnes Garn durchs Nadelöhr fädeln. Für Biochemiker gehören sie zum kompliziertesten Körperteil des Menschen. Dank unserer stark beanspruchten Hände, die im Laufe eines Lebens etwa 25 Millionen Mal gebeugt und gestreckt werden, können wir in besonderer Weise greifen und fühlen, millimetergenaue Schnitte in der Chirurgie setzen und in der Malerei spontane Gesten auf die Leinwand bringen. Hände sind in der Musik unverzichtbar und wenn uns diese Musik gefällt, dann klatschen wir in die Hände.

Die Radiokollegreihe widmet sich der Kulturgeschichte der Hand, dem anatomischen "Spezialisten".


09:45 Radiokolleg – "Dein ist mein ganzes Herz"
Franz Lehár im Porträt (4).
Gestaltung: Julia Reuter

Zu Beginn seiner Karriere, als Franz Lehár Militärkapellmeister bei der k.u.k.-Armee war, empfand er als hilfreichste Kritik die Reaktion der Feldwebel: "Wenn ihnen etwas gefallen hat, sind sie zu mir gekommen und ham mir gratuliert, und wenn ihnen etwas nicht besonders gefallen hat, sind sie hinausgegangen und ham Zigaretten geraucht. Da hab ich gleich gewusst, was los ist".

Durch Zufall lernte Franz Lehár die Tochter von Victor Léon kennen, die ihrem Vater eine Zusammenarbeit mit Lehár ans Herz legte. Der Librettist ließ Lehár testweise Musik für die Operette "Der Rastelbinder" komponieren, gleichzeitig entstand im Auftrag vom Theater an der Wien jene für "Wiener Frauen". So wurde die Musik des Komponisten an zwei Wiener Theatern aufgeführt und Franz Lehár galt 1902 als "Shootingstar" der Operettenszene.

Drei Jahre später gelang ihm mit der Musik zu "Die lustige Witwe" ein erster Welterfolg. Im Lauf seiner erfolgreichen Karriere schuf Franz Lehár zahlreiche und in viele Sprachen übersetzte Evergreens, darunter "Da geh ich zu Maxim", "Dein ist mein ganzes Herz" oder "Immer nur lächeln".

Sein Leben, seine Musik, die Zusammenarbeit mit dem Startenor Richard Tauber, mit Librettisten wie Victor Léon und Fritz Löhner-Beda stehen ebenso im Mittelpunkt dieser Radiokollegreihe wie auch die Zeit während des Nationalsozialismus. Dank historischer Radioaufnahmen aus den Jahren kurz vor seinem Tod, am 24. Oktober 1948, kommt Franz Lehár auch selbst zu Wort.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Ausgewählt
mit Hans Georg Nicklaus. Streichquartettklänge im Vergleich.

Wie sehr soll im Streichquartett der Klang der vier Streicher verschmelzen, wie sehr sollen die einzelnen Stimmen doch hörbar sein? "Kommt auf die Musik an" – wäre die spontane Antwort vieler. Aber der Vergleich zeigt: es kommt auch auf das Streichquartett und seine Spielweise an …


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
"Die Maske". Von Fuminori Nakamura. Aus dem Japanischen von Thomas Eggenberg.
Gestaltung: Friederike Raderer

"Was ich dir zu sagen habe, wird für dein Leben von großer Bedeutung sein". Und dann eröffnete ihm sein Vater, dass er ihn zu einem Geschwür, einem Stachel des Bösen machen wolle. Der Vater war betrunken. Seine Ausführungen waren detailliert, lang. Und dann schickte er ihn weg. "Morgen wird dir alles wie ein Märchen vorkommen", sagte er noch. Aber er irrte sich.


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Daniela Knaller.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer und in französischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Stimmen hören
mit Chris Tina Tengel.
"Kühn in der Koloratur, streitbar im Leben: Edda Moser"

Zwischen "Stimmwunder" (in den 1970er, 80er Jahren) und "Schrecken der TV-Talkshows" (danach) changiert das von Edda Moser in der Öffentlichkeit gezeichnete Bild. "Die Sängerin, deren Stimme zum Uranus reist" – mit der Arie der Königin der Nacht auf einer Kupfer-Schallplatte an Bord der 1977 ins All geschossenen Raumkapsel Voyager 2 – wäre ein weiteres Edda-Moser-Klischee.

Zu ihrem 80. Geburtstag geradezu wiederzuentdecken ist dagegen eine diskografisch in größter Vielfalt dokumentierte Sängerin, die sich mit großem Einsatz ihren Weg im dramatischen Koloraturfach, teils auch weit darüber hinaus, bis Verdi und Wagner, gesucht hat und dabei nicht auf die Opernbühne fixiert geblieben ist. Oft mit Erik Werba am Flügel war Edda Moser als Liedersängerin aktiv, vokale Kammermusik hat sie mit Partnern wie Nicolai Gedda und Walter Berry gepflegt.

Joseph Looseys legendärer "Don Giovanni"-Film hält ihre glühende Emphase als Donna Anna fest. Die so gemachten Erfahrungen haben sie zu einer wortgewaltigen Streiterin wider "moderne" Opernregie und die Auswüchse des "business" werden lassen – und zu einer Kämpferin für die Bewahrung der deutschen Sprache.


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund


16:00 Nachrichten


16:05 Medizin und Gesundheit


16:40 Die Ö1 Kinderuni
Von Eber, Sau und Ferkel
Gestaltung: Hans Groiss

Schweine – so heißt es – sind intelligente Tiere. Schweine sind uns ähnlich und werden deshalb auch zu Forschungszwecken verwendet – etwa für die menschliche Gesundheit. Wissenschafter/innen wollen Schweineherzen in Zukunft in den menschlichen Körper transplantieren. Denn Schweineorgane passen gut zum Menschen. Bis jetzt wird das Fleisch der Allesfresser nur gegessen.

Aber: Tut es den Arbeitern am Schlachthof leid für den Küchentisch zu töten, was ist ein Hobbyschwein und warum dürfen Schweine nur in Gruppen gehalten werden? Warum schreien Schweine so laut und wie werden sie behandelt von Tierärzten – also wie wird Fieber oder Puls gemessen? Christian Knecht und Christine Unterweger von der Klinik für Schweine der Veterinärmedizinische Universität Wien besuchen mit den Ö1 Kinderuni Reporter/innen Angelina, Louise, Mischa und Emil einen Stall für Ferkel und diskutieren über das Essen von Schweinen und die hygienische Haltung im Stall.


16:55 Digital.Leben


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:25 Hundert Häuser
1968 – Alles ist Architektur. Hans Hollein


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Andreas Felber.


17:55 Betrifft: Geschichte
Zur Geschichte der Panzer. Mit Christian Ortner, Direktor des Heeresgeschichtlichen Museums in Wien.
Gestaltung: Andreas Wolf

Die ersten mit Fernkampfwaffen ausgestatteten, gepanzerten Fahrzeuge, waren Streitwägen, die mit Bogenschützen besetzt waren. Später schützten gepanzerte Rammböcke Festungsbelagerer vor Feindbeschuss.

Tierische oder menschliche Muskelkraft setzten der Weiterentwicklung gepanzerter Waffen aber Grenzen. Erst durch die Erfindung von Verbrennungsmotoren vervielfältigte sich die zur Verfügung stehende Leistung. Damit konnten gepanzerte Fahrzeuge erstmals über weite Strecken autonom bewegt werden.

Eines der ersten Panzerfahrzeuge der Welt wurde 1906 in Österreich-Ungarn entwickelt. Bei seinem ersten Manöver legte der geländegängige Radpanzer mit Vollgummireifen und zwei Maschinengewehren an nur einem Tag rund 160 Kilometer zurück. Trotz der beeindruckenden Leistungsfähigkeit lehnte das Heer seine Anschaffung ab. Der Durchbruch der Panzerwaffe erfolgte 10 Jahre später während des Ersten Weltkrieges. Einen weiteren Entwicklungsschub brachte der Zweite Weltkrieg, an dessen Ende stand das auch heute noch gültige möglichst flache Design der Kampfwagen.

Von den ersten Modellen an, bis in die Gegenwart, war die Panzerentwicklung durch einen technologischen Wettlauf mit immer effizienter werdenden Abwehrwaffen geprägt.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Dimensionen
Zum 50. Todestag der Physikerin Lise Meitner (Teil 2)
Von Armin Stadler

Stockholm im Dezember 1938: Enrico Fermi erhält den Physiknobelpreis für die künstliche Erzeugung radioaktiver Elemente, die ihm vor vier Jahren in Rom gelungen ist. Doch schon nach ein paar Wochen muss die Königliche Akademie feststellen, dass dies ein Irrtum ist. Immerhin kommt die sensationelle Korrektur aus dem schwedischen Dorf Kungälv. Dort verbringt die österreichische Physikerin Lise Meitner die Weihnachtstage. Zur Jahreswende gelingt ihr die theoretische Deutung der Kernspaltung, die Otto Hahn und Fritz Strassmann in Deutschland durchgeführt haben. Und nun wird auch klar, dass Fermi sein Experiment von 1934 falsch interpretiert und in Wahrheit erstmals Uran gespalten hat. Eine von den Nationalsozialisten ins Exil vertriebene jüdische Physikerin klärt den männlich dominierten Forschungsbetrieb über einen kapitalen Fehler auf. Als Lise Meitner 1946 bei der Verleihung des Nobelpreises an die Kollegen Hahn und Strassmann übergangen wird, ist das der letzte hochoffizielle Diskriminierungsakt gegen eine Forscherin, deren Arbeiten zu den bedeutendsten in der Kernphysik des 20. Jahrhunderts zählen.


19:30 Das Ö1 Konzert
Schwedinnen – Komponistinnen (II). Zwei Ö1 Konzerte mit Kammermusik und Lied, Tänzen und Klaviersolo-Werken.
Gestaltung: Irene Suchy

Eine Schülerin von Charles-Marie Widor war Laura Netzel, geborene Finnin, aufgewachsen in Stockholm, bekannt zu Lebzeiten nicht nur in Skandinavien, sondern auch in Frankreich. Ihr Pseudnoym war Lago. Lieder nach Heine, die Loreley von Ingeborg von Bronsart, und Klaviersolo-Musik sind im Konzert aus Stockholm zu hören – und dazu auch Kammermusik der schwedischen Komponistin Helene Tham. Musik aus der Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert, die über den Salon hinaus auch den Konzertsaal erobert hat.


21:00 Im Gespräch
"Ich sah ein gleißendes Licht und erblindete für Stunden!" – Andreas Obrecht im Gespräch mit Krassimira Dimova, Heilerin

Es war im Jahr 1989 als Krassimira Dimova, damals im noch kommunistischen Bulgarien, Journalistin und Professorin für Deutsch und Literatur, ein Ereignis widerfuhr, das ihr ganzes Leben radikal verändern sollte und das sie sich bis heute nicht erklären kann. Sie malte ihr Badezimmer aus, ging hernach in die Küche, um Kaffee zu kochen, hatte plötzlich das Gefühl, von einem Stromschlag getroffen zu sein, sah sich in gleißendes Licht getaucht, brach zusammen und erblindete für viele Stunden.

Trotz der Erstdiagnose "Infarkt" waren die Ärzte ratlos, denn alle weiteren Untersuchungen blieben ergebnislos. Es konnte nur konstatiert werden, dass eine ungewöhnliche Hitze von ihrem Körper ausging und dass diese Hitze, näherten sich ihr andere Patienten, schmerzlindernd und heilsam wirkte. Als dieser gewaltige Einschnitt in ihrem Leben passierte, war sie 40 Jahre alt. Die heilende Wirkung ihrer Hände blieb.

Ein prominenter österreichischer Unternehmer, dem sie bei der Bewältigung einer chronischen Erkrankung helfen konnte, ermöglichte ihr die Übersiedelung nach Kärnten, wo sie bis 2017 als Handauflegerin arbeitete. Dabei ging es ihr – wie sie im Gespräch mit Andreas Obrecht erzählt – niemals darum, Heilung zu versprechen, sondern darum, Menschen in Not und in Schmerzen zu begleiten und ihnen den persönlichen Umgang insbesondere mit chronischen Krankheiten zu erleichtern. Krassimira Dimova arbeitete stets mit der Schulmedizin zusammen, wissend, dass komplementäre Heilverfahren diese ergänzen und niemals ersetzen können.

2017 ist die Handauflegerin aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand getreten. In ihrem unlängst erschienenen Buch "Schneeglöckchenporträts" erzählt sie von berührenden Begegnungen und Erfahrungen mit schwerkranken Krebspatienten, die sie begleitete – bis hinein in ein versöhnliches Sterben oder in eine oft auch unerwartete Genesung.

Heute widmet Krassimira Dimova ihre Kraft und ihre Zeit verarmten bulgarischen Dörfern und realisiert dort ihr Projekt "Du bist nicht allein", für das sie mehrfach ausgezeichnet worden ist.


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Was sollen unsere Kinder lernen? Unterrichtsmaterie am Prüfstand (4).
Gestaltung: Ute Maurnböck

Feingliedrig und komplex. Ein Lob der Hand (4).
Gestaltung: Robert Weichinger

"Dein ist mein ganzes Herz". Franz Lehár im Porträt (4).
Gestaltung: Julia Reuter


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
musikprotokoll 2018. Die Musik des Gosheven.
Gestaltung: Susanna Niedermayr

In den vergangenen Jahren hat sich Bálint Szabó intensiv mit unterschiedlichen Stimmungssystemen beschäftigt, von der pythagoreischen Stimmung bis hin zu La Monte Youngs "The Well-Tuned Piano", von in der traditionellen japanischen Musik gebräuchlichen Tonleitern bis hin zu Wendy Carlos' "Super Just Intonation".

Die Initialzündung für sein Solo-Projekt Gosheven bildete die Entdeckung eines hexaphonischen Pickups während eines Aufenthaltes in New York, mit dem der Musiker von nun an den Klang jeder Gitarrensaite einzeln verstärken und verarbeiten konnte, auf einfache Art und Weise.

Szabó baute daraufhin eine E-Gitarre, die ihm weiters eine individuelle Spatialisierung der einzelnen Gitarrenklänge ermöglichte. Seine so fragile und feinsinnige Musik erhält dadurch einen noch eigenwilligeren Charakter. Beim ORF musikprotokoll war Gosheven im Rahmen des diesjährigen Shape-Schwerpunktes zu Gast.

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Freitag, 26. Oktober 2018


00:00 Nachrichten


00:05 Ausgewählt
(Wiederholung von 10:06 Uhr).


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht
dazw. 3:00 und 5:00 Uhr Nachrichten


06:00 Nachrichten


06:05 Guten Morgen Österreich


06:30 und 07:00 Uhr Nachrichten


08:00 Ö1 Journal um acht


08:10 Ö1 heute


08:15 Pasticcio
mit Albert Hosp (I)


09:00 Nachrichten


09:05 Pasticcio
mit Albert Hosp (II)


09:55 nach-gehört
Edition Ö1.
Gestaltung: Stephan Pokorny


10:00 Nachrichten


10:05 Hörbilder Spezial
"Unser Dorf soll schiacher werden." Hommage zum 70. Geburtstag des bayrischen Kabarettisten, Liedermachers und Arztes Georg Ringsgwandl.
Von Eva Schobel

Als Georg Ringsgwandl 1948 in Bad Reichenhall zur Welt kommt, ist diese Welt um ihn herum kriegsversehrt. Im Kopf des Vaters, eines Postbeamten, stecken Granatsplitter. Immer wieder prügelt er den Sohn windelweich. In der Schule ergeht es dem extrem zarten Kind unter seinen Mitschülern, die ihre zu Hause empfangenen Schläge an den Schwächsten weiter geben, auch nicht besser.

Aber der kleine Georg ist körperlich und geistig flinker als die anderen, er wird es seinen Quälgeistern noch zeigen. Solche Träume gehen selten in Erfüllung, im Fall von Georg Ringsgwandl aber schon. Mit 8 Jahren bekommt er eine Zither geschenkt, verdient sich bei Wirtshaus-Auftritten ein paar Mark, eine Limo, aber auch eine gewisse Achtung.

Zehn Jahre später, als Mitte der 60er-Jahre Rock und Pop auch in Bayern Einzug halten, bringt er sich das Gitarrespielen bei, während er in einem Sanatorium seine Lungen-TBC auskuriert.

Danach studiert er Medizin, doch die Musik ist nicht mehr aus seinem Leben wegzudenken. Die Kabarett-Texte entstehen spontan aus den Conferencen zwischen seinen Songs. 15 Jahre lang kämpft er als Arzt auf der Intensivstation Tag für Tag um das Leben seiner Patienten. Am Abend steht er in grellem Outfit auf der Bühne und mischt die bieder gewordene Kleinkunstszene der 80er-Jahre auf. 1987 wird er mit dem "Salzburger Stier" ausgezeichnet. Mitte 40, knapp vor dem Burnout, wird ihm eine Lebensstelle als Chefarzt angeboten. Er zieht die Notbremse, entscheidet sich für die Kunst und kann das Haus, in dem er mit seiner Frau und drei Töchtern wohnt, trotzdem abbezahlen. Seine Songtexte bleiben bodenständig, witzig, sarkastisch und immer bayrisch. Sein musikalisches Instrumentarium ist im Lauf der Jahre reichhaltiger geworden. Zu seinem 70er ist er wieder als "Wuida" (Wilder) unterwegs.

Redaktion: Eva Roither


11:00 Nachrichten


11:03 Matinee (Dolby Surround)
Wiener Philharmoniker, Dirigent: Herbert Blomstedt. Wolfgang Amadeus Mozart: Symphonie Es-Dur KV 543 * Anton Bruckner: Symphonie Nr. 4 Es-Dur, "Romantische" (2. Fassung 1878/'80) (aufgenommen am 30. April 2017 im Großen Musikvereinssaal in Wien in Dolby Digital 5.1)


11:50 (in der Pause) Intermezzo – Künstlerinnen und Künstler im Gespräch


12:10 Matinee (Dolby Surround)
Wiener Philharmoniker, Dirigent: Herbert Blomstedt (aufgenommen am 30. April 2017 im Großen Musikvereinssaal in Wien in Dolby Digital 5.1)


12:56 Ö1 heute


13:00 Ö1 Feiertagsjournal


13:10 Das Ö1 Küchenradio


14:00 Ö1 Hörspiel
"Die letzten Tage der Menschheit" (Teil 1 von 2) von Karl Kraus. Mit Erwin Steinhauer, Musik: Georg Graf, Pamelia Stickney, Joe Pinkl, Peter Rosmanith. Bearbeitung: Franz Schuh und Erwin Steinhauer (Autorenprod. 2014).

Karl Kraus hat sein in fünf Akte gegliedertes und insgesamt 200 Szenen umfassendes und in einem Weltuntergang endendes "Marsdrama" in den Jahren 1915 bis 1922 geschrieben, als Reaktion auf den Ersten Weltkrieg, dem bis dahin umfassendsten Krieg der Geschichte. 70 Millionen Menschen waren unter Waffen, 17 Millionen starben.

Erwin Steinhauer und Franz Schuh haben für Ö1 eine Auswahl aus den mehr als 200 Szenen der "Letzten Tage der Menschheit" getroffen. Ihre Fassung zeigt deutlich, dass die "letzten Tage der Menschheit" mehr sind als nur ein Stück gegen den Militarismus. Die "Letzten Tage der Menschheit" sind - ex negativo – ein Plädoyer für Humanismus und Toleranz. Ein Plädoyer für das, was eine zivilisierte Gesellschaft ausmacht: Anerkennung der anderen, Wertschätzung, Respekt und Empathie. "Theatergänger dieser Welt", so meinte Kraus, "vermöchten dem Stück nicht stand zu halten".

"Denn das Blut der ?Letzten Tage' sei Blut von ihrem Blute". Deshalb hat Karl Kraus sein Stück "einem Marstheater" zugedacht. "Die Mitwelt, die geduldet hat, dass die Dinge, die hier geschehen, die hier aufgeschrieben sind, stelle das Recht zu lachen, hinter die Pflicht, zu weinen. Die unwahrscheinlichsten Taten, die hier gemeldet werden, sind wirklich geschehen; die unwahrscheinlichsten Gespräche, die hier geführt wurden, sind wörtlich gesprochen worden; die grellsten Erfindungen sind Zitate" (Karl Kraus).


15:00 Nachrichten


15:05 Apropos Operette
Franz Lehár dirigiert eigene Werke.
Gestaltung: Michael Blees

Der vor 70 Jahren verstorbene Franz Lehár – er war nicht nur einer der führenden Meister der "Silbernen Wiener Operettenzeit", der bis heute vielgespielte, melodienreiche Werke wie "Die lustige Witwe", "Das Land des Lächelns", "Der Zarewitsch" oder "Der Graf von Luxemburg" komponierte, er war auch ein Medien-Star seiner Zeit.

Denn wie kaum ein anderer Kollege seiner Zeit hat er seine eigenen Werke immer wieder nicht nur in Theateraufführungen und in Konzerten dirigiert, sondern auch in den Platten- und Rundfunkstudios für die Ewigkeit gebannt. Bemerkenswert groß ist der Schatz an Aufnahmen von Lehár-Werken unter der persönlichen Leitung des Komponisten.


16:00 Selten wie ein Feiertag
Diesmal zu Gast ist Helmuth Froschauer, legendärer Sängerknaben-Dirigent und langjähriger Chorkapellmeister an der Wiener Staatsoper.
Gestaltung: Renate Burtscher

Was an Werktagen der Arbeitsplatz von Musikredakteur/innen ist, mögen an Feiertagen ausgewählte Gäste auskosten und die ORF-Archive nach Unentdecktem oder selten Gespieltem durchforsten. So wie Gastkurator/innen aus dem Fundus existierender Sammlungen neue Ausstellungen kreieren, lassen geladene Kenner/innen die Schätze des Ö1 Archivs in neuen Zusammenstellungen glänzen.


16:55 nach-gehört
Edition Ö1.
Gestaltung: Stephan Pokorny


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:10 Spielräume Spezial
Wildwood Boys & Pizza Tapes.
Gestaltung: Michael Neuhauser

Mit "The Grateful Dead" hat Jerry Garcia Rockmusikgeschichte geschrieben. Doch bevor er sich drogengeschwängerten Konzerten mit ausufernden Jams, psychedelischen Klängen und rückkoppelnden E-Gitarren hingab, war der Kalifornier mit Leib und Seele Folk- und Bluegrassmusiker als käme er geradewegs aus den Appalachen. Dieser Liebe zum akustischen Spiel ist er zeitlebens treu geblieben, wovon vor allem die Aufnahmen mit Mandolinenspieler David Grisman zeugen, darunter die sogenannten "Pizza-Tapes". Und sein vielgestaltiges Wirken in diversen Folk- und Bluegrass-Formationen in den frühen 1960er Jahren ist im Mai dieses Jahres in Form eines umfassenden Mehrfachalbums unter dem Titel "Before the Dead" erschienen.


17:57 Ö1 heute


18:00 Ö1 Abendjournal


18:15 Mit.Schnitt
Musik aus dem RadioKulturhaus. Diknu Schneeberger Trio. Gipsy Jazz am Ufer der Donau (aufgenommen am 28. September im RadioKulturhaus).
Gestaltung: Jörg Duit

Diknu Schneeberger ist ein Stiller. Das gesprochene Wort ist sein primäres Kommunikationsmittel nicht. Drückt man ihm aber eine Gitarre in die Hand, dann entfaltet er von einem Moment zum anderen ein Vokabular, ein Kaleidoskop an Ausdrucksnuancen, denen auf sprachlicher Ebene nur ein großer Dichter das Wasser reichen könnte. Eine Eigenschaft oder vielleicht ein Gen-Code, der in der Matrix eines Menschen vorgesehen ist oder eben nicht.

Bei Diknu Schneeberger war das schon zu bemerken, als er noch keine 17 war. Jetzt, mit 28, veröffentlichte er das Album "Feuerlicht". Und das ist auch insofern ein treffender Titel, als Farbe, Wärme und Empathie, das Spiel zwischen Hell und Dunkel in dieser Aufnahme eine wesentliche Rolle spielen. Der Wiener Musiker lässt hier – gemeinsam mit dem einstigen Mentor und Lehrer Martin Spitzer und seinem Papa Joschi Schneeberger – alles rein und vieles raus, was seine Persönlichkeit ausmacht. Es wird auf hohem Niveau mit den Elementen gespielt und experimentiert, getanzt und gegroovt, es wird aufmerksam zugehört und reagiert, Schmerz und Lust, verletzliche Introvertiertheit, explosives Aussichherausgehen haben nebeneinander Platz.


19:00 Nachrichten


19:05 Der Wiener Heldenplatz
Ein großer Platz mit viel Geschichte.
Von Wolfgang Slapansky, mit Ergänzungen von Sabine Nikolay

"Der Wiener Heldenplatz ist kein Platz, sondern eine Gegend". Diese Feststellung ist nicht ganz falsch, betrachtet man den riesigen Leerraum zwischen Neuer und alter Hofburg, Nationalbibliothek, Weltmuseum, Bundeskanzleramt, Präsidentschaftskanzlei, Volksgarten und Ringstraße. Er entstand, als Napoleon nach seinem Sieg über Österreich die Basteien sprengen ließ, und blieb, da Projekte, ihn in Form eines "Kaiserforums" imperial zu umrahmen, unvollendet blieben. Die beiden Helden, die dem Platz ihren Namen geben, stehen in Erz gegossen auf ihren Sockeln – Heldinnen sucht man dort (noch?) vergebens.

Unbestritten ist: Der Heldenplatz ist ein geschichtsträchtiger Platz und bis heute bestens geeignet für die alljährliche Bundesheerleistungsschau, Volksfeste, Konzerte, Empfänge, große Ballauffahrten und Demonstrationen. Was die Republik bewegt, spielt sich hier ab, im Freiluftfoyer der Staatsmacht, inmitten historischer Gebäude und Museen.

Wir schauen genau hin: Wie entstand dieser Platz, welche Bedeutung hatte und hat er bis heute?


19:30 Johann Joseph Fux: "Orfeo ed Euridice"
Componimento da Camera per Musica in un atto. Mit Romina Basso, Mezzosopran (Orfeo); Francesca Boncompagni, Sopran (Euridice); Maria Ercolano, Sopran (Amore); Valentina Varriale, Alt (Proserpina); Makoto Sakurada, Tenor (Plutone); Giuseppe De Vittorio, Tenor (Aristeo); Cappella della Pietà de' Turchini, Leitung: Antonio Florio (aufgenommen am 24. Jänner 2010 im Großen Konzerthaussaal in Wien im Rahmen der "Resonanzen 2010").
Präsentation: Gerhard Hafner


22:00 Nachrichten


22:05 Opus – das Musikkolloquium
Franz Berwald – Orthopäde, Fabrikmanager, Komponist.
Gestaltung: Peter Kislinger

Singulär, auch kapriziös, war das Schicksal des 1796 in Stockholm geborenen Komponisten Franz Berwald. Seine Musik war seriös, keinesfalls naiv. Diese Eigenschaftswörter wählte er als Titel für seine vier Symphonien. Er war Physiotherapeut avant la lettre, Fabriksmanager, Grundstücksmakler. Was ihn als Komponist seiner Zeit voraus sein ließ und warum seine Musik in Wien und Salzburg mehr Anerkennung als in seiner schwedischen Heimat fand, erkunden Herbert Blomstedt, der seit gut 60 Jahren immer bereit ist, "für Berwald eine Lanze zu brechen" und der Musikpublizist Volker Tarnow.


00:00 Nachrichten


00:05 Selten wie ein Feiertag
(Wiederholung von 16:00 Uhr).

Was an Werktagen der Arbeitsplatz von Musikredakteur/innen ist, mögen an Feiertagen ausgewählte Gäste auskosten und die ORF-Archive nach Unentdecktem oder selten Gespieltem durchforsten. So wie Gastkurator/innen aus dem Fundus existierender Sammlungen neue Ausstellungen kreieren, lassen geladene Kenner/innen die Schätze des Ö1 Archivs in neuen Zusammenstellungen glänzen.


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 3:00 und 5:00 Uhr Nachrichten
 

– Änderungen und Ergänzungen vorbehalten –
 

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Quelle:
Radio ORF1 – Programminformationen
43. Woche – 20.10. bis 26.10.2018
Österreichischer Rundfunk ORF
Würzburggasse 30, 1136 Wien, Österreich
Tel. 0043-1/87 87 8-0, Fax 0043-1/87 87-330
Internet: www.orf.at


veröffentlicht im Schattenblick zum 12. Oktober 2018

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