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BAYERN/8495: Regionalnachrichten - BR Text 12.01.2018


BR Text vom 12.01.2018 - Nachrichten Bayern


+++ Sondierungen: Seehofer "hochzufrieden" +++ Grüne betonen Willen zum Mitregieren +++ Freie Wähler wollen mitregieren +++ Neue Dienstwaffe für Polizei +++ Anklage gegen afghanischen Schüler +++ Größte Reichsbürgerszene im Freistaat +++ Letzter Neujahrsempfang von Seehofer +++ Millionenprojekt am Ifen +++ Forderung nach verbessertem Bahnnetz +++ Analoges Signal in Ostbayern teils weg +++ Liebesbotschaft als Umweltsünde +++ Partnachklamm wieder geöffnet +++ Nationalpark-Partnerschaften +++ Unfall auf der B12 +++ Prozess um Raubüberfall +++

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Sondierungen: Seehofer "hochzufrieden"

CSU-Chef Seehofer hat sich "hochzufrie-
den" mit dem Ergebnis der Sondierungen
für eine neue Bundesregierung geäußert.

Die Sondierer der CSU hätten das Er-
gebnis einstimmig gebilligt, sagte See-
hofer in Berlin. Am Montag solle der
CSU-Vorstand über die Aufnahme formel-
ler Koalitionsverhandlungen entschei-
den. Ein CSU-Parteitag werde nicht ge-
braucht.

Mit dem Sondierungsergebnis hätten
Union und SPD auch "die richtige Ant-
wort" auf das Ergebnis der Bundestags-
wahl gegeben, betonte der CSU-Chef.

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Grüne betonen Willen zum Mitregieren

Die Grünen im Freistaat haben ihren
Willen zum Mitregieren nach der Land-
tagswahl bekräftigt.

"Wir wollen in die Regierung, das ist
unser klares Ziel", sagte Fraktionschef
Hartmann zum Abschluss der Klausurta-
gung der Landtagsabgeordneten in Bay-
reuth. Die Messlatte liege bei Inhalten
wie Klimaschutz, "giftfreie Landwirt-
schaft" und Stopp des Flächenfraßes.

Auf die Frage nach einer möglichen Koa-
lition mit der CSU unter dem designier-
ten Ministerpräsidenten Söder sagte er:
Es gehe nicht darum, "ob ich Söder nett
finde", es gehe um Inhalte.

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Freie Wähler wollen mitregieren

Zum Abschluss ihrer Klausur in Neuburg
an der Donau haben die Freien Wähler/FW
ihr großes Ziel bekräftigt, nach der
Landtagswahl im Herbst mit der CSU zu
regieren.

FW-Chef Aiwanger sagte, man habe die
richtigen Konzepte, um die Probleme
Bayerns zu lösen. Er habe Signale vie-
ler CSU-Politiker, dass diese sich eine
Zusammenarbeit mit den Freien Wählern
am ehesten vorstellen könnten.

Zudem erneuerten die Freien Wähler u.a.
ihre Forderungen nach einer Abschaffung
der Straßenausbaubeiträge und nach kos-
tenfreien Kitas.

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Neue Dienstwaffe für Polizei

Innenminister Herrmann/CSU hat die neue
Dienstwaffe der bayerischen Polizei
vorgestellt: die SFP 9 von Heckler &
Koch.

Sie löst die langjährige Dienstwaffe
P 7 ab, die vom selben Hersteller
stammt. Weil dieses Modell seit 2008
nicht mehr produziert wird, hatte die
Polizei 2017 ein Auswahlverfahren für
eine neue Pistole gestartet. Mehr als
1.100 Beamte hatten verschiedene Model-
le getestet.

Bis 2019 werden mit der SFP 9 rund
35.000 Polizisten ausgerüstet. Kosten
des Wechsels: circa 30 Millionen Euro.

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Anklage gegen afghanischen Schüler

Knapp acht Monate nach dem umstrittenen
Polizeieinsatz an einer Nürnberger Be-
rufsschule wegen der Abschiebung eines
jungen Afghanen droht dem Flüchtling
nun ein Prozess.

Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth
hat gegen den 21-Jährigen Anklage wegen
des Widerstands gegen Vollstreckungs-
beamte erhoben. Ob sie auch zugelassen
wird, ist noch nicht entschieden.

Weil Polizeibeamte ihn nicht an seiner
Meldeadresse angetroffen hatten, woll-
ten sie ihn in der Berufsschule abho-
len. Schüler und Linksautonome wollten
dies verhindern, es kam zu Tumulten.

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Größte Reichsbürgerszene im Freistaat

Die Szene der sogenannten Reichsbürger
in Deutschland wird immer größer.

Wie der "Focus" unter Berufung auf die
Verfassungsschutzämter der Länder be-
richtet, ist die Zahl der Reichsbürger
und sogenannten Selbstverwalter binnen
Jahresfrist um mehr als 50 Prozent ge-
stiegen - auf nunmehr 15.600 im Januar
2018. Anfang 2017 gingen die Sicher-
heitsbehörden noch von rund 10.000
Reichsbürgern in Deutschland aus. Die
größte Szene gibt es "Focus" zufolge in
Bayern mit rund 3.500 Reichsbürgern.

Die Bewegung erkennt die Bundesrepublik
nicht an.

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Letzter Neujahrsempfang von Seehofer

Zum letzten Mal ist CSU-Chef Seehofer
heute Abend Gastgeber beim Neujahrs-
empfang des Ministerpräsidenten.

In der Residenz in München werden dazu
rund 1.700 Gäste aus allen Bereichen
der Gesellschaft erwartet. Etwa ein
Viertel der Gäste sind ehrenamtlich
engagierte Bürger. Zum Auftakt wird
Seehofer, der das Amt des Ministerprä-
sidenten im ersten Quartal an den der-
zeitigen Finanzminister Söder/CSU über-
geben will, eine kurze Rede halten.

Das traditionelle Defilee entfällt laut
Staatskanzlei wie schon 2017, damit
"mehr Zeit für Begegnungen" bleibe.

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Millionenprojekt am Ifen

Nach zweijährigen Bauarbeiten im Umfang
von etwa 40 Millionen Euro sind die
neuen Seilbahnen am Ifen im Kleinwal-
sertal offiziell eröffnet worden.

Bereits kurz vor Weihnachten waren die
zwei 10er-Kabinenbahnen planmäßig in
Betrieb gegangen. Auch eine Sesselbahn
und eine Beschneiungsanlage gehören zu
dem Modernisierungsprojekt.

Der Hohe Ifen liegt bei Hirschegg im
österreichischen Kleinwalsertal. Nach
Oberstdorf in Bayern ist es das größte
Urlaubsgebiet im Allgäu. Das Kleinwal-
sertal ist auf der Straße nur von
Deutschland aus zu erreichen.

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Forderung nach verbessertem Bahnnetz

Bayerische und sächsische Städte for-
dern gemeinsam die Modernisierung des
Bahnnetzes in der Region.

Die Franken-Sachsen-Magistrale von
Nürnberg nach Dresden und auch die Li-
nie nach Prag müsse so schnell wie mög-
lich komplett elektrifiziert werden,
hieß es. Zum bayerisch-sächsischen
Städtenetz gehören Bayreuth, Marktred-
witz, Hof, Plauen, Zwickau und Chem-
nitz. Beim jüngsten Treffen waren auch
Gäste aus Tschechien dabei.

Die durchgehende Elektrifizierung ist
seit Jahren in der Diskussion, einen
konkreten Zeitplan gibt es noch nicht.

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Analoges Signal in Ostbayern teils weg

Der Kabelbetreiber Vodafone Kabel
Deutschland hat am 9. Januar das analo-
ge Kabelsignal in der Region Landshut
und Dingolfing abgeschaltet.

Damit sind hier analoges Fernsehen und
analoges Radio nicht mehr im Kabelnetz
verfügbar. Fernseh- und Radiohörer
brauchen nun entweder andere Empfangs-
geräte oder einen Digital-Receiver.

Von der Abschaltung betroffen sind auch
die analogen Radioprogramme an der Ka-
beldose. Viele Kabelkunden haben ihre
herkömmliche Stereoanlage bisher an der
Radiobuchse angeschlossen. An dieser
liegen nun keine UKW-Signale mehr.

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Liebesbotschaft als Umweltsünde

Die Polizei in Bad Neustadt/Lkr. Rhön-
Grabfeld sucht nach einem Unbekannten,
der am Saaleufer eine Liebeserklärung
hinterlassen hat.

Ein gewisser "Tom" stellte auf der Saa-
lewiese ein Herz aus Teelichtern auf.
In der Mitte steht "T + M", darunter
"02.01.2018 Tom". Wie die Angebetete
auf die Liebesbekundung reagierte, ist
laut Polizei nicht bekannt.

Leider habe der Mann aber alles an Ort
und Stelle liegenlassen und bis heute
nicht weggeräumt. Dies sei ein Verstoß
gegen das Umweltgesetz und werde mit
einer Geldbuße belegt.

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BAYERN KURZMELDUNGEN

Garmisch-Partenkirchen: Die Partnach-
klamm ist ab morgen wieder uneinge-
schränkt für Besucher geöffnet. Der Weg
von Vordergraseck zum südlichen Klamm-
eingang muss aber wegen der Gefahr wei-
terer Murenabgänge noch gesperrt blei-
ben. Ein Rundweg über den südlichen
Klammausgang zur Partnachklamm und wei-
ter Richtung Skistadion ist aber mög-
lich. Im September hatte eine Mure eine
Fußgängerbrücke zerstört.

Grafenau: Der Nationalpark Bayerischer
Wald und der Nationalpark des Landes El
Salvador, der Parque Nacional Monte-
cristo, sind eine Partnerschaft einge-
gangen. Drei Jahre lang wollen sich
beide intensiv austauschen - v.a. über
Forschung und Umweltbildung.

Hergatz: Mit einem missglückten Wende-
manöver hat eine Autofahrerin auf der
B12 bei Hergatz/Lkr. Lindau einen Un-
fall mit zwei Schwerverletzten verur-
sacht. Die 70-Jährige hatte beim Dre-
hen einen nachfolgenden Pkw übersehen.
Durch den Zusammenstoß wurden die Frau
und der Fahrer des zweiten Autos schwer
verletzt. Der Beifahrer des Mannes
erlitt leichte Verletzungen.

Regensburg: Im Prozess um einen bruta-
len Raubüberfall auf ein Ehepaar in
Sinzing bei Regensburg sind vier Ange-
klagte zu Haftstrafen zwischen sechs
Jahren, neun Monaten und acht Jahren
verurteilt worden. Die Männer hatten
das Ehepaar in seinem Haus überfallen,
misshandelt und beraubt.

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Quelle:
BR Text
Bayerischer Rundfunk, Programmbereich Bayern 3 - Jugend - Multimedia
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