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BAYERN/9034: Regionalnachrichten - BR Text 11.07.2019


BR Text vom 11.07.2019 - Nachrichten Bayern


+++ Streit über Artenschutz-Gesetzespaket +++ Drohungen nach Allgäuer Tierskandal +++ Transit: Tirol bereit zu Dialog +++ Urteil nach Unfall auf Tutzinger Hütte +++ Kommunen fordern Obergrenze +++ Finanzeinblick beim Erzbistum +++ Waffenverbot für Ex-Biathlet bestätigt +++ Schwiegervater getötet - Lebenslang +++ Auszeichnung für drei bayerische Dörfer +++ Biene Maja und Willi als Labyrinth +++ 2 Bayern Kurzmeldungen +++

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Streit über Artenschutz-Gesetzespaket

Auf den letzten Metern der Beratungen
im Landtag über das Gesetzespaket für
mehr Umwelt-, Natur- und Artenschutz in
Bayern gibt es heftigen Ärger.

In einer Sitzung des Umweltausschusses
warfen Grüne und SPD der Regierungskoa-
lition vor, das Gesetzespaket auf der
Zielgeraden zu verwässern. Die CSU wies
dies mit scharfen Gegenvorwürfen zu-
rück.

Konkret gibt es unter anderem Streit um
die Kartierung von Biotopen, die in
einem parallelen Antrag zu den beiden
vorliegenden Gesetzesentwürfen neu ge-
regelt werden soll.

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Drohungen nach Allgäuer Tierskandal

Nach der Aufdeckung des mutmaßlichen
Tierskandals in Bad Grönenbach/Lkr. Un-
terallgäu bekommt der Milchviehbetrieb
Hassbotschaften und Drohungen.

Laut Staatsanwaltschaft fuhr ein Mann
auf das Gelände und drohte mit einem
Messer. Der Hof wird deshalb jetzt von
der Polizei beobachtet. In Bad Hinde-
lang wurde zudem ein Gebäude des Milch-
viehhalters beschmiert.

Die Soko Tierschutz gibt an, dass auch
sie bedroht worden sei, und zwar von
Mitarbeitern des Großbetriebs.Der Tier-
rechtsverein hatte gefilmt, wie Milch-
kühe auf dem Hof misshandelt werden.

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Transit: Tirol bereit zu Dialog

Im Verkehrsstreit mit Deutschland ist
das österreichische Bundesland Tirol
bereit, mit Verkehrsminister Scheuer/
CSU über die Situation zu sprechen.

Allerdings sei er nur bereit, über Maß-
nahmen zu sprechen, die die Tiroler und
bayerische Bevölkerung entlasteten, so
Tirols Landeshauptmann Platter.

Scheuer hatte dem "Münchner Merkur" ge-
sagt, dass er Platter und den öster-
reichischen Verkehrsminister Reichhardt
zu Gesprächen nach Berlin eingeladen
habe. Nach Tirol hatte auch Salzburg
angekündigt, künftig Fahrverbote zu
verhängen.

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Urteil nach Unfall auf Tutzinger Hütte

Im Fall eines Wanderers, der aufgrund
eines Unfalls bei einer Hüttenübernach-
tung querschnittsgelähmt ist, tragen
der damalige Hüttenwirt und der Deut-
sche Alpenverein/DAV eine Mitschuld.

Das hat das Münchner Landgericht ent-
schieden. Der 47-Jährige hatte nachts
in der Tutzinger Hütte seine Zimmertür
mit einer Fluchttür verwechselt und war
von einer dahinterliegenden Plattform
dreieinhalb Meter in die Tiefe gestürzt
- die Plattform hatte kein Geländer.

Da der Mann aber stark alkoholisiert
war, trage auch er eine Mitschuld, be-
tonte das Gericht.

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Kommunen fordern Obergrenze

Die Kommunen im Freistaat mit großen
Asylunterkünften wollen strikte Regeln
durchsetzen.

In einem Positionspapier fordern sie
von der Staatsregierung unter anderem,
dass in den sogenannten Ankerzentren
die Zahl der aufgenommenen Menschen auf
1.500 beschränkt wird.

Die Ankerzentren in Schweinfurt, Bam-
berg, Deggendorf, Donauwörth, Zirndorf,
Regensburg und Manching sind erste An-
laufstellen für Migranten zur Prüfung
ihrer Asyl-Chancen. Ziel ist es, Asyl-
verfahren durch kurze Behördenwege
schneller abzuschließen.

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Finanzeinblick beim Erzbistum

Obwohl immer mehr Leute aus der Kirche
austreten, steigt das Vermögen des Erz-
bistums München und Freising.

Zum 31.12.2018 lag die Bilanzsumme bei
rund 3,5 Milliarden Euro. Das waren 125
Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Aus
der Kirchensteuer bekam das Erzbistum
rund 645 Mio. Euro, den Angaben zufolge
5,0 Mio. Euro mehr als 2017. Grund sei-
en die gestiegenen Löhne und die damit
verbundene Kirchenabgabe, sagte Finanz-
direktor Reif. Aber in den kommenden
Jahren werde es "enger".

Mit rund 1,7 Millionen Katholiken ist
das Bistum das größte im Freistaat.

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Waffenverbot für Ex-Biathlet bestätigt

Die Behörden haben dem ehemaligen As-
sistenztrainer der deutschen Biathlon-
Nationalmannschaft, Stitzl, sein Gewehr
zu Recht abgenommen.

Das entschied das Verwaltungsgericht
München. Der Kläger habe durch diverse
Schreiben 2016 den Anschein erweckt,
der Reichsbürgerbewegung oder deren
Ideologie nahezustehen. Das Landratsamt
Traunstein durfte ihm somit seine waf-
fenrechtlichen Erlaubnisse entziehen.

Stitzl hatte sich im Prozess von den
Reichsbürgern distanziert. Dies könne
aber erst eine Rolle spielen, wenn über
eine neue Erlaubnis entschieden werde.

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Schwiegervater getötet - Lebenslang

Weil er seinen Schwiegervater mit einer
Schublade ermordet hat, ist ein 39-
jähriger Mann aus Straubing zu lebens-
langer Haft verurteilt worden.

Das Regensburger Landgericht sah es als
erwiesen an, dass er dem 62-Jährigen
bei einem Streit um Geld die Holzschub-
lade auf den Kopf geschlagen und mit
einem abgesplitterten Holzteil auf ihn
eingestochen hatte.

Der Schwiegervater hatte seiner Tochter
Geld zur Verwaltung überlassen. Der
Schwiegersohn legte das Geld dann al-
lerdings in Wertpapieren an, um damit
seine eigenen Schulden zu tilgen.

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Auszeichnung für drei bayerische Dörfer

Die drei Dörfer Gestratz/Lkr. Lindau,
Hellmitzheim/Lkr. Kitzingen und Nieder-
winkling/Lkr. Straubing-Bogen sind beim
Bundeswettbewerb "Unser Dorf hat Zu-
kunft" ausgezeichnet worden.

Sie gehören zum Kreis der 30 bundeswei-
ten Sieger. Gestratz erhielt Gold und
kann sich über ein Preisgeld von 15.000
Euro freuen. Hellmitzheim und Nieder-
winkling bekommen als Silberdörfer
10.000 Euro.

Sie hätten mit herausragendem bürger-
schaftlichen Engagement, beispielhaften
Ideen und zukunftsweisenden Konzepten
überzeugt, so die Jury.

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Biene Maja und Willi als Labyrinth

Biene Maja und ihr Freund Willi sind
jetzt Grundlage für ein Labyrinth in
einem Maisfeld.

Die Landwirte Corinne und Uli Ernst
haben in Utting am Ammersee mit einem
Team einen Irrgarten mit den Umrissen
der Zeichentrick-Insekten geschaffen.
Dafür haben sie eine bienenfreundliche
Pflanzenmischung aus Sonnenblumen,
Hanf, Mais, wilder Malve,Zierkürbissen,
Bohnen,wildem Wein und Hopfen ausgesät.

Später wurde das Motiv mit Hilfe von
GPS-Technik von Studenten der Hoch-
schule München in das fast zwei Hektar
große Feld eingemessen.

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2 BAYERN KURZMELDUNGEN

Bad Feilnbach: Während der Kirschernte
sind fünf Menschen aus acht Metern Höhe
gestürzt und schwer verletzt worden.
Sie standen in einem Arbeitskorb einer
Maschine, so die Polizei. Nach ersten
Erkenntnissen rutschte das Fahrzeug auf
abschüssigem Gelände in Bad Feilnbach/
Lkr. Rosenheim ab. Drei Verletzte wur-
den in Kliniken geflogen.

München: Wegen Drohungen hat die Poli-
zei zwei Moscheen räumen lassen. Laut
Ermittlern gingen zeitgleich an den Ge-
betshäusern in den Stadtteilen Pasing
und Freimann "E-Mails mit gleichlauten-
dem Wortlaut ein". Darin sei eine Ge-
fahrenlage angekündigt worden. An bei-
den Moscheen sei aber nichts gefunden
worden,so die Polizei nach dem Einsatz.

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Quelle:
BR Text
Bayerischer Rundfunk, Programmbereich Bayern 3 - Jugend - Multimedia
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Internet: www.bayerntext.de
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