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WIRTSCHAFT/8797: Nachrichten - BR Text 14.11.2018


BR Text vom 14.11.2018 - Nachrichten Wirtschaft


+++ Deutsche Wirtschaft schrumpft +++ Erster Lkw-Kartell-Prozess in München +++ RWE verdient weniger +++ Eon nach Zuwächsen optimistisch +++ DGB will an Achtstundentag festhalten +++ Ehemaliger HRE-Chef Funke gestorben +++ Amazon plant neue Hauptquartiere +++ Wirecard erhöht seine Gewinnprognose +++ Herausforderungen begleiten Leoni +++ Modekonzern Gerry Weber plant Einsparungen +++

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Deutsche Wirtschaft schrumpft

Die deutsche Wirtschaft ist im dritten
Quartal erstmals seit dreieinhalb Jah-
ren geschrumpft.

Das Bruttoinlandsprodukt fiel von Juli
bis September um 0,2 Prozent zum voran-
gegangenen Vierteljahr, wie das Sta-
tistische Bundesamt in einer Schätzung
mitteilte. Grund für die Flaute dürften
Probleme der Autoindustrie bei der Um-
stellung auf das neue Abgastestverfah-
ren WLTP gewesen sein.

Noch im zweiten Quartal hatte Europas
größte Volkswirtschaft um 0,5 % zuge-
legt. Experten rechnen im Schlussquar-
tal wieder mit einem Wachstum.

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Erster Lkw-Kartell-Prozess in München

Vor dem Münchner Landgericht hat der
erste Prozess um Schadensersatzklagen
gegen Lkw-Hersteller wegen Beteiligung
an einem Kartell begonnen.

Kläger sind eine Spedition sowie der
Münchner Rechtsanwalt Gauweiler. Sie
führen an, MAN und Iveco Magirus hätten
ihnen Hunderte Lkw überteuert verkauft.

Vor mehreren deutschen Gerichten sind
entsprechende Klagen anhängig. Die EU
hatte gegen diverse Lkw-Hersteller
Geldbußen von insgesamt 3,7 Milliarden
Euro verhängt, weil diese von 1997 bis
2011 Informationen über Preise und
Technik ausgetauscht haben sollen.

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RWE verdient weniger

Der Energiekonzern RWE hat nach Gewinn-
einbußen seine Jahresprognose bestätigt

Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn
vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen
sei in den ersten neun Monaten bezogen
auf die Kennziffer "RWE Stand alone"
auf 1,3 von zuvor 1,7 Milliarden Euro
geschrumpft, so der Versorger. Für das
Gesamtjahr peile RWE weiter ein Ergeb-
nis von 1,4 bis 1,7 Mrd. Euro an.

"RWE stand alone" umfasst die Kernge-
schäftsfelder Braunkohle & Kernenergie,
Europäische Stromerzeugung und Energie-
handel sowie die Dividende der Tochter
Innogy.

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Eon nach Zuwächsen optimistisch

Der Energiekonzern Eon blickt nach den
ersten neun Monaten zuversichtlicher
auf die Geschäftsentwicklung im Gesamt-
jahr.

Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn
vor Zinsen und Steuern/Ebit sei in den
ersten neun Monaten um elf Prozent auf
2,4 Milliarden Euro gestiegen, teilte
der Versorger mit.

Eon erwarte für das Geschäftsjahr 2018
weiterhin ein bereinigtes Konzern-EBIT
im Bereich von 2,8 bis 3,0 Milliarden
Euro. Beim bereinigten Konzernüber-
schuss sollten es 1,3 bis 1,5 Milliar-
den Euro sein.

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DGB will an Achtstundentag festhalten

Der Deutsche Gewerkschaftsbund/DGB hat
vor einer Aufweichung des Achtstunden-
tags in Deutschland gewarnt.

Der Achtstundentag sei eine extrem
wichtige Grenze, sagte DGB-Vorstands-
mitglied Buntenbach der dpa. Er stehe
allerdings schon heute für viele Be-
schäftigte nur auf dem Papier, weil sie
deutlich länger arbeiteten und auch in
der Freizeit oft erreichbar sein müss-
ten.

Vor 100 Jahren hatten sich Unternehmer
und Gewerkschaften in Deutschland zum
ersten Mal auf die Einführung des Acht-
stundentages geeinigt.

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WIRTSCHAFT KURZMELDUNGEN

München: Der ehemalige Chef der Münch-
ner Immobilienbank Hypo Real Estate/
HRE, Funke, ist tot. Das bestätigte
sein Anwalt. Funke sei vor einiger Zeit
nach kurzer, schwerer Krankheit im Al-
ter von 63 Jahren im Ausland gestorben.
Weitere Angaben machte er nicht. Der
Staat hatte die HRE in der Finanzkrise
retten müssen.

Washington: Der Internetriese Amazon
hat New York und Washington in den USA
als Standorte für die neuen Hauptquar-
tiere gewählt. Das teilte der Konzern
mit. Insgesamt sollen umgerechnet rund
4,4 Milliarden Euro investiert und
50.000 neue Jobs geschaffen werden.

München: Der Zahlungsabwickler Wirecard
erhöht seine Gewinnprognose für das
Gesamtjahr. Aufgrund der starken Ge-
schäftsentwicklung werde das Betriebs-
ergebnis auf 550 bis 570 Millionen Euro
steigen, kündigte das jüngst in den DAX
aufgestiegene Unternehmen aus München
an.

Nürnberg: Der Autozulieferer und Ka-
belspezialist Leoni ist angesichts der
Probleme in der Autoindustrie auch für
2019 vorsichtig. Die Herausforderungen
würden Leoni wohl weiter begleiten, so
das Unternehmen. Das Nettoergebnis fiel
im dritten Quartal trotz geringerer
Steuerlast um 13,2 % auf 23 Millionen
Euro. Der Umsatz war um 1,5 % auf 1,21
Mrd. Euro gestiegen.

Bielefeld: Der Modekonzern Gerry Weber
aus dem westfälischen Halle plant laut
Bielefelder "Westfalen-Blatt" weitere
drastische Einsparungen. Wie es hieß,
sollen weiter 900 der noch 6.500 Jobs
weltweit abgebaut werden. Zusätzlich zu
den in einem Restrukturierungsprogramm
bereits geschlossenen gut 100 Markenge-
schäften sollen bis zu 200 weitere ih-
ren Betrieb einstellen.

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Quelle:
BR Text
Bayerischer Rundfunk, Programmbereich Bayern 3 - Jugend - Multimedia
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