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WIRTSCHAFT/9074: Nachrichten - BR Text 11.09.2019


BR Text vom 11.09.2019 - Nachrichten Wirtschaft


+++ Autofahren teurer geworden +++ Gehaltstarifvertrag für Ryanair- Piloten +++ 1,5 Millionen mit kurzen Zeitverträgen +++ Gericht stellt Deal in Aussicht +++ 4 Wirtschaft Kurzmeldungen +++

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Autofahren teurer geworden

Autofahren hat sich in den vergangenen
zwei Jahren stärker verteuert als ande-
re Waren und Dienstleistungen.

Laut Statistischem Bundesamt trieben
vor allem die höheren Treibstoffkosten
den finanziellen Aufwand der Autofahrer
höher. Seit der vorangegangenen Inter-
nationalen Automobilausstellung/IAA
2017 zogen die Preise rund ums Auto um
4,6 Prozent an, wie die Behörde im
Vorfeld der diesjährigen IAA mitteilte.

Die allgemeinen Verbraucherpreise stie-
gen in dieser Zeitspanne demnach nur um
3,4 Prozent. Bahntickets wurden um 3,8
und der ÖPNV um 3,2 Prozent teurer.

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Gehaltstarifvertrag für Ryanair-Piloten

Nach Streikwellen und langwierigen Ver-
handlungen erhalten die in Deutschland
stationierten Piloten des Billigflie-
gers Ryanair einen Gehaltstarifvertrag.

Das teilte die Pilotengewerkschaft Ver-
einigung Cockpit/VC in Frankfurt/Main
mit. Vorgesehen seien höhere Fixgehäl-
ter und ab dem kommenden Jahr auch
erhöhte Netto-Einkommen, weil dann die
rund 400 Beschäftigten unter deutschem
Recht Einkommenssteuer zahlen können.

Bislang wurde die Steuer mit höheren
Sätzen in Irland eingezogen, wo sich
der Sitz des Unternehmens befindet.

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1,5 Millionen mit kurzen Zeitverträgen

Jeder zweite Zeitvertrag in Deutschland
ist derzeit auf weniger als ein Jahr
befristet.

1,5 Millionen Beschäftigte hatten 2018
einen solchen Arbeitsvertrag, das ent-
spricht 55,5 Prozent aller befristet
Beschäftigten, wie das Statistische
Bundesamt in Wiesbaden erklärte. In
knapp elf Prozent der Fälle betrug die
Laufzeit mehr als drei Jahre.

Insgesamt waren demnach 2,7 Millionen
Menschen und damit acht Prozent aller
Arbeitnehmer ab 25 Jahren im vergange-
nen Jahr befristet beschäftigt.

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Gericht stellt Deal in Aussicht

Im Prozess um Betrug bei der Insolvenz
der Reformhauskette Vitalia vor zehn
Jahren kann der frühere Geschäftsführer
auf eine milde Strafe hoffen.

Das Landgericht München II stellte dem
Mann beim Prozessauftakt einen Deal in
Aussicht. Die Kammer bot ihm eine Stra-
fe von nicht mehr als einem Jahr und
zwei Monaten an. Eine Bedingung dafür:
ein Geständnis.

Das legte der Angeklagte dann über sei-
ne Anwältin ab, nachdem das Gericht
zuvor unter anderem erklärt hatte, den
Anklage-Vorwurf der Insolvenzverschlep-
pung nicht weiter zu verfolgen.

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4 WIRTSCHAFT KURZMELDUNGEN

Köln: Die angeschlagene Restaurantkette
Vapiano hat abermals tiefrote Zahlen
geschrieben. Im ersten Halbjahr 2019
stieg der Verlust auf 34,3 Millionen
Euro, wie aus dem Halbjahresbericht der
Kölner Firma hervorgeht. Im Vergleich
zum Vorjahreszeitraum ist das in etwa
eine Verdopplung. Die neue Vapiano-
Chefin Hall betonte, man müsse die
"Gästeloyalität" erhöhen.

Kiel: Die deutsche Wirtschaft wird nach
Einschätzung des Instituts für Welt-
wirtschaft/IfW im 3. Quartal deutlich
stärker schrumpfen als im Quartal zu-
vor. Das IfW rechnet mit einem Minus
von 0,3 Prozent im Vergleich zum Vor-
quartal, nach minus 0,1 Prozent im
Vierteljahr zuvor.

London: Die Börse von Hongkong hat Ge-
spräche über eine Übernahme ihres bri-
tischen Konkurrenten London Stock Ex-
change begonnen. Der Londoner Börsen-
betreiber könnte dabei mit 29,6 Mil-
liarden Pfund (33,1 Mrd. Euro) bewertet
werden, teilte Hong Kong Exchanges and
Clearing mit. Das britische Pfund hat
angesichts des bevorstehenden Brexits
an Wert verloren, wodurch Firmenüber-
nahmen für Ausländer billiger wurden.

Frankfurt: Der Postbank drohen ab Mitte
Oktober unbefristete Streiks. Die Urab-
stimmung über den Arbeitskampf laufe
voraussichtlich bis 7./8. Oktober, un-
mittelbar danach will die Gewerkschaft
Verdi mit Streiks beginnen. In der
Zwischenzeit soll es Warnstreiks geben.

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Quelle:
BR Text
Bayerischer Rundfunk, Programmbereich Bayern 3 - Jugend - Multimedia
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