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AUSLAND/8160: Aus aller Welt - 12.05.2019 (SB)


VOM TAGE


Irans Präsident Ruhani kapituliert nicht vor Trump

Der Präsident des Irans, Hassan Ruhani, verspricht sich gegenwärtig offenbar nichts von einem Telefonat mit seinem Amtskollegen US-Präsident Donald Trump. Dieser hatte am Donnerstag vorgeschlagen, Ruhani könnte ihn im Zusammenhang mit dem Atomstreit anrufen. Man könne einen fairen Deal machen. Trump soll bei der Schweizer Botschaft im Iran, welche dort die Interessen der USA wahrnimmt, eine Telefonnummer hinterlegt haben, über die er zu erreichen wäre.

Ruhani erklärte laut Präsidialamt in Teheran, man könne verhandeln, wenn Trump den Ausstieg der USA aus dem Wiener Atomabkommen von 2015 und die Sanktionen gegen den Iran zurückgenommen habe. Weiter heißt es auf dem Internetportal des Präsidialamts, Ruhani habe gegenüber politischen Aktivisten versichert, Kapitulation sei mit der eigenen Mentalität und Religion nicht vereinbar. Man werde auch in der aktuellen Situation nicht kapitulieren.

Die US-Regierung hatte Mitte letzter Woche ihre gegen den iranischen Öl- und Finanzsektor gerichteten Wirtschaftssanktionen vor allem auf die Metallbranche ausgeweitet. Internationale Banken und Konzerne haben sich bereits aus Angst vor Strafe aus dem Irangeschäft zurückgezogen. Laut Ruhani ist der Wirtschaftskrieg der USA gegen den Iran problematischer als der Krieg gegen den Irak 1980.

Mit dem internationalen Atomabkommen hatte der Iran auf alle Optionen für ein Nukleararsenal verzichtet. Trump hatte den Vertrag vor einem Jahr einseitig aufgekündigt.

12. Mai 2019


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